Baazigar

 

Originaltitel: Baazigar
Genre: Romanze/Drama/Action 
Freigabe: FSK 16  
Produktion: IND 1993
Veröffentlichung DVD: 15.09.2006
Publisher: RapidEyeMovies
Ländercode: 2
Laufzeit: 3:01:03
Regie: Abbas Alibhai Burmawalla, Mastan Alibhai Burmawalla
Darsteller: Shahrukh Khan, Kajol, Siddharth, Shilpa Shetty
Musik: Anu Malik, Shyam-Surender
Produzent: Ganesh Jain
Drehbuch: Robin Bhatt, Akash Khurana, Javed Siddiqui
EAN: 4260017060626
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INHALT

Bei uns kennt man Shah Rukh Khan hauptsächlich als charmanten Eroberer der Herzen, mit "Baazigar" (=Spieler) bietet uns REM nicht nur einen Einblick in das Bollywoodkino der frühen 90er und den ersten Film des Traumpaares SRK und Kajol, sondern auch einen Film, der eine ganz andere Seite des Megastars zeigt: In "Baazigar" spielt er einen erbitterten jungen Mann, Ajay, der an dem Industriemagnaten Madan Chopra (Dalip Tahil) Rache üben will. Dieser hatte Ajays Vater, als er vor 15 Jahren noch Besitzer des Industrieimperiums war, alles weggenommen und ihn in die Gosse geschickt, wo er schließlich samt seiner kleinen Tochter aus Mangel an medizinischer Behandlung starb. Schlagartig war so der junge Ajay mit seiner pflegebedürftigen Mutter alleine und die Bilder des Begräbnisses von Vater und Schwester brannten sich in sein Gedächtnis ein. Doch jetzt ist die Zeit gekommen, in der sich Ajay in Chopras Leben einschleicht, um Rache zu nehmen und das Imperium wieder zu seinem rechtmäßigen Eigentum zu machen. Auf dem Weg dahin verlieben sich jedoch beide Chopra-Töchter (Kajol, Shilpa Shetty) in den hübschen jungen Mann, was seine Pläne etwas verkompliziert...
Wer aktuelle, große Kinoproduktionen aus Indien kennt und liebt, der weiß von den großen Liebesgeschichten, die packend und reißend inszeniert sind und zumeist vom Anfang bis zum Ende fesseln. "Baazigar" hat erst 13 Jahre auf dem Buckel, verdeutlicht aber sehr stark die großen Veränderungen in den Bollywood-Produktionen, die im letzten Jahrzehnt vor sich gegangen sind. Auf dem Papier und im Film über weite Strecken kann der Rachefeldzug von SRKs Charakter Ajay überzeugen, bietet er doch eine vielfältige Mischung aus Romanze, Action und auch komischen Elementen - eine Paradeproduktion seiner Zeit, die aber heute schon (zumindest für ein modernes westliches Publikum) etwas antiquiert wirkt. Antiquiert, ist das nach so kurzer Zeit möglich? Ja, ist es, denn die Handlung wirkt stellenweise arg konstruiert sowie an den Haaren herbeigezogen und weist zudem in der ersten Hälfte über Längen auf, in denen storymäßig Stillstand herrscht. Erst in der zweiten Hälfte gewinnt der Film dann an Fahrt und die eigentliche Rachegeschichte beginnt sich zu entwickeln, mit zahlreichen blutigen Szenen und Kämpfen, was uns zum nächsten Kritikpunkt bringt, der Kampfinszenierung. Vor knapp 15 Jahren mag es noch unterhaltend gewesen sein, wenn der Held erst brutal zusammengeschlagen wird und sich dann wieder aufrafft, um es allen 10 bösen Buben mit Leichtigkeit heimzuzahlen, heute aber hat diese Art von Kampfinszenierung, zumindest in ernsten Filmen, einen unfreiwillig komischen Beigeschmack, der nicht mehr zeitgemäß ist und vom Film eher ablenkt als dem Spannungsaufbau dienlich ist. Kameraführung und Schnitt sind klassisch ausgefallen, wenngleich auch mit einigen Auffälligkeiten wie starkem Zoomeinsatz und dreifach wiederholten Kurzeinstellungen, um wichtige Details mit der Holzhammermethode hervorzuheben, was man heutzutage wohl auch subtiler in Szene setzen würde. Auch auf der auditiven Ebene wirkt der Film nicht mehr ganz zeitgemäß: Billige Synthesizer-Musikuntermalung erzeugt heute eher mehr Gruseln denn Spannung, lediglich die Songs können mit einigen netten Liedern aufwarten. Schauspielerisch bietet der Film gute Standardkost, die Leistungen sind durch die leicht stereotypen Charaktere etwas eingeschränkt, bewegen sich aber auf glaubhaftem Niveau, mit dem man zufrieden sein darf. Neben der konstruierten Handlung, teilweise unpassenden komödiantischen Einlagen und den antiquiert inszenierten Kämpfen kann aber der Film trotz leichter Längen besonders in der zweiten Hälfte überzeugen. Wer nur das moderne Hochglanz-Kino aus Indien kennt, wird mit "Baazigar" wohl weniger anfangen können, Fans von SRK und Kajol sowie Liebhaber (und solche, die es werden wollen) des Bollywood-Kinos, wie es vor 15 Jahren war, dürfen aber einen Blick riskieren. 

 

Störendes/auffälliges Product-Placement: NEIN

Sehenswertes in/nach den Credits: NEIN

Wertung Film:


BILD

Format: ~2,23:1 - 16:9
Originalformat: JA (links und rechts leicht angeschnitten)
System: PAL 
Bemerkungen: Die Bildqualität von "Baazigar" schwankt etwas, über weite Strecken kann sie mit warmen Farben und einer guten Schärfe überzeugen. In einigen Szenen ist der Kontrast allerdings mal zu flach, mal zu weich, die Farben sind mal kräftig, mal ausgewaschen und auch der Schwarzwert schwankt zwischen einem dunklen, tiefen Schwarz und Dunkelblau, was eine generelle Bildbewertung fast unmöglich macht. Durchgehend sind allerdings leichte Defekte auszumachen, die sich in Form von kleinen Härchen und kleinen weißen Punkten äußern, auch die Kompression fällt in einigen Szenen durch starke Blockbildung auf. Wenn man bedenkt, dass die Prints in der Zeit, in der der Film entstand, nicht besonders sorgfältig behandelt und über weite Strecken und viele Stationen transportiert wurden, kann man mit der Bildqualität zufrieden sein, etwas mehr wäre aber möglich gewesen.
Wertung Bild: 60%

TON

Sprachen/Format(e):

Dolby Digital - Spuren

DTS - Spuren:

PCM - Spuren:

Deutsch 5.1 - 384 kbit
Hindi 2.0 Mono - 192 kbit

keine

keine

Untertitel: Deutsch
Bemerkungen: Lange ist es her, dass wir das letzte Mal der deutschen Synchro dem Originalton gegenüber den Vorzug geben haben, doch hier ist der O-Ton relativ flach, leicht dumpf, mit teilweise hörbarem Rauschen und zwei, drei kleinen Defektstellen. Hier wirkt der deutsche Mix, bei dem die Musik und Geräusche auf die beiden Frontlautsprecher und die Dialoge auf den Center gelegt wurden, deutlich frischer und angenehmer, mit mehr Dynamik und teilweise positiv abgeänderten Effekten wie weniger lächerlich wirkenden Schlaggeräuschen. Um einen echten 5.1-Mix handelt es sich hier nicht, denn die rückwärtigen Lautsprecher treten nie merkbar in Erscheinung, dennoch ist der deutsche Ton dem Original haushoch überlegen. 
Wertung Ton: 50%

AUSSTATTUNG

Anzahl DVDs: 1
Verpackung: Digipak
Menüs: statisch, mit Musik hinterlegt.
Bemerkungen: Wie gewohnt präsentiert REM den Film im Digipak samt Schuber und dem Filmposter. Auf der DVD finden sich als Sonderausstattung die fünf Songs aus dem Film zur Direktanwahl und die zwei Lieder "Baazigar o Baazigar" sowie "Yeh Kali Kali Aankhen" liegen als Karaokeversionen vor. 
Wertung Ausstattung: 30%

Fazit

"Baazigar", der erste gemeinsame Film des Traumpaares SRK und Kajol wirkt für seine erst 13 Jahre etwas ungewollt trashig und antiquiert - ein Fall für wahre Fans des Paares und solcher, die das Bollywood-Kino der frühen 90er lieben, einem modernen (westlichen) Publikum fehlt etwas der Zugang zu dem Streifen.
Das Bild und der Originalton enttäuschen etwas, die deutsche Synchro ist gelungen und auch bei den Specials wäre etwas mehr möglich gewesen.


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Verantwortlicher Redakteur: Klaus Doblmann  Rezensionsdatum: 16.09.2006

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Alle verwendeten Bilder etc. copyright REM!
Diese Test-DVD wurde uns dankenswerterweise von REM zur Verfügung gestellt

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