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Bloody Sunday - Blutsonntag |
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Originaltitel: | Bloody Sunday |
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| Genre: | Geschichtsdrama | ||
| Freigabe: | FSK 12 | ||
| Produktion: | GB/IRL 2002 | ||
| Veröffentlichung DVD: | 30.01.2009 |
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| Anbieter: | epiX | ||
| Ländercode: | 2 | ||
| Laufzeit: | 1:42:43 | ||
| Regie: | Paul Greengrass | ||
| Darsteller: |
James Nesbitt, Allan Gildea, Gerard Crossan, Mary Moulds... | ||
| Musik: | U2 | ||
| Produzent: | Mark Redhead | ||
| Drehbuch: | Paul Greengrass | ||
| EAN: | 4047879400056 | ||
| Links zum Film: | IMDB
OFDB Offizielle
Seite zur Untersuchung der Vorfälle |
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INHALT |
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| Der Tag: 30.01.1972.
Der Ort: Die Stadt Derry in Nordirland. Ivan Cooper (James Nesbitt),
Abgeordneter zum Nordirischen Parlament und Kämpfer für die
Bürgerrechte der Iren organisiert (trotz Verbotes) einen großen
Protestmarsch um gegen Internierungen und für Bürgerrechte
zu demonstrieren. Obwohl der Marsch friedlicher Natur ist wird die
Route wegen vorangegangener Ausschreitungen im Katholikenviertel
Bogside von der Armee umstellt - sogar Fallschirmjäger werden
eingesetzt um eine Eskalation zu verhindern. Das Ziel der Armee:
Möglichst viele Demonstranten gefangen zu nehmen um ein Zeichen zu
setzen. Während des Marsches trennen sich einige irische Jugendliche
vom Hauptzug um Steine gegen die Soldaten zu werfen, welche geradezu
provozierende Straßensperren aufgebaut haben. Als auch Steine gegen die
Fallschirmjäger fliegen, eskaliert die Situation, die Armee greift die
wohl unbewaffneten Demonstranten mit scharfer Munition an. Von
offizieller Seite wird von Feuerwaffen berichtet, mit denen die
Demonstranten auf die Soldaten schießen, Beweise dafür fanden sich
jedoch nicht, sondern nur gegenteilige Zeugenaussagen. Wahllos wurden
selbst Verwundeten zur Hilfe eilende - und stets unschuldige - Iren
niedergeschossen, sogar noch lange Zeit nach der Erteilung des
befehles, das Feuer einzustellen. Am Ende des Tages lautet die Bilanz:
13 Tote (einer sollte später noch seinen Verletzungen erliegen) und 13
Verwundete sowie ein riesiger Zulauf an neuen Mitgliedern - in Rage
geratene Jugendliche, deren Freunde an- oder niedergeschossen wurden
- für die IRA. Eine zweite Untersuchung des Vorfalles ist bis
heute noch offen - in der ersten Untersuchung wurde das Verhalten der
Armee als richtig befunden - und einige der beteiligten Soldaten wurden
sogar von der Queen dekoriert... Die Geschehnisse dieses Blutsonntages, welcher zur Eskalation des Nordirlandkonfliktes führte, arbeitete Paul Greengrass (Bourne 2+3) in seinem gleichnamigen halbdokumentarischen Spielfilm auf. Bei den Vorbereitungen zum Drehbuch orientierte Greengrass sich an Augenzeugen und auch Ivan Cooper unterstützte die Produktion. "Bloody Sunday" ist kein einfaches, nettes, vor Pathos glühendes filmisches Produkt sondern eine komplexe Nachinszenierung der Ereignisse dieses Tages. Filmisch zeigt Greengrass stets im raschen Schnittwechsel beide Lager: Die Armee und die Demonstranten. Auf der Seite der Armee konzentriert sich der Film auf das Befehls-Hauptquartier und auf die Aktionen der Fallschirmjäger, auf der Seite der Demonstranten begleitet er den Zuseher durch den Tag von Ivan Cooper - vom Morgen bis zum Abend. Kaum eines der Opfer wird näher vorgestellt, was zwar auf der einen Seite entpersonalisiert, auf der anderen Seite aber eine möglichst objektive Inszenierung erlaubt. Genau darum geht es nämlich: Die gesamte Kette and Aktion und Reaktion auf beiden Seiten darzustellen: Die Armee, die provoziert, die Kleingruppe, die Steine wirft, die Armee, die mit Wasserwerfern und Gummigeschossen zurückschießt, die Demonstranten, die noch wütender werden, die Fallschirmjäger, die nicht länger zusehen können und alles niederschießen, was sich bewegt, die Armee, die bei den Toten Waffen platziert um ihre Aktionen zu rechtferigen und so weiter und so fort. Auf diese Art und Weise kann man sich als Zuseher zumindest im Ansatz ein Bild davon machen, wie es an diesem Tag zum unbeschreiblichen Blutbad kam. Technisch setzt der Film auf Handkameras und wenige Perspektiven, distanziert sich teilweise vom Geschehen und schneidet oft zwischen den einzelnen Schauplätzen hin und her um die chronologischen Geschehnisse auf beiden Seiten mit fast dokumentarischer Wirkung einzufangen. Der Schnitt ist oft bewusst hektisch (was Greengrass in Bourne 3 noch viel stärker einsetzte) um einerseits die Verwirrung und die rasante Abfolge der Geschehnisse sowie das Chaos wiederzugeben und andererseits wiederum um eine gewisse Distanz zu schaffen. Auch die Musik - beziehungsweise (bis auf den Abspann) das Fehlen derselben beschönigt nichts an den grässlichen Ereignissen, die sehr dichte Tonkulisse wird durch keine Melodie gestört die den Zuseher aus dem wilden filmischen Trip herausreißen würde. Sicherlich ist die Struktur des Filmes anstrengend anzusehen was manche Zuseher nach einigen Minuten genervt abschalten lassen wird - wer sich aber auf diese notwendige Eigenwilligkeit einlässt, den erwartet ein exzellent inszeniertes, grandios gespieltes, atmosphärisch dichtes und aufwühlendes filmisches Kleinod, das in die Knochen geht. |
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Störendes/auffälliges Product-Placement: NEIN |
Sehenswertes in/nach den Credits: NEIN |
Zielgruppe: Kunstkino 30% - Mainstream 70% |
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Wertung Film: |
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BILD |
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| Format: | 1,78:1 - 16:9 (progressiv) |
| Originalformat: | JA |
| System: | PAL |
| Bemerkungen: | Das 16mm-Bild des Filmes verhilft demselben zu einem Teil der Authentizität: Keine kitschigen, bunten Farben erwarten den Zuseher, sondern graue, grüne, triste Farbtöne zum charakteristischen analogen Bildrauschen des Ausgangsmateriales. Der DVD-Transfer setzt genau dies wunderbar um: Schärfe und Detailzeichnung sind im Rahmen der Ausgansmaterial-Limitierungen sehr gut, der Kontrast ordentlich. Defekte oder gröbere Fehler in der Kompression sind nicht zu erkennen. Alles in allem ein sehr guter Transfer der dem Film gerecht wird. |
| Wertung Bild: 70% | |
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TON |
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| Sprachen/Format(e): |
Dolby Digital - Spuren |
DTS - Spuren: |
PCM - Spuren: |
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Deutsch 5.1 - 448 kbit Englisch 5.1 - 448 kbit |
keine |
keine |
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| Untertitel: | Deutsch |
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| Bemerkungen: | Der englische
Originalton kann mit einer dichten Tonkulisse und guter
Dialogwiedergabe überzeugen. Selbst native speaker werden aber
zeitweise Probleme haben, die teils extremen Dialekte zu verstehen -
gut, dass epiX dem Film deutsche Untertitel spendiert hat (englische
wären aber noch besser gewesen...). Wer sich den Originalton nicht
antun will, für den hat epiX eine recht überzeugende deutsche
Synchronisation mitgeliefert, deren einziges Problem ist, dass sie im
Vergleich zu den Umgebungsgeräuschen etwas zu dominant ist. |
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| Wertung Ton: 70% | |||
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AUSSTATTUNG |
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| Anzahl DVDs: | 1 |
| Verpackung: | KeepCase |
| Menüs: | mit Musik hinterlegt |
| Bemerkungen: | Neben der üblichen Trailershow
liefert epiX den Originaltrailer zum Film, Interviews (9:32) und ein
"Hinter den Kulissen"-Special (4:14) mit. Die Inteviews mit vielen
Beteiligten liefern interessante Details von den Vorbereitungen, zum
Dreh und zum "Bloody Sunday" selbst, während das kurze Special einen
unkommentierten Eindruck von den Dreharbeiten liefert. Gerade bei einem
so geschichtlich basierten Film wäre eine Dokumentation zu den
Geschehnissen vorher und nachher sowie eine tiefere Aufbereitung des
Gesehenen sinnvoll gewesen, leider findet sich auf der Scheibe aber
nichts dergleichen. |
| Wertung Ausstattung: 30% | |
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Fazit |
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Ein atmosphärisch dichter,
ungeschminkter, erschreckender und zugleich dokumentarisch-objektiver
Einblick in eines der zentralen Ereignisse im Nordirland-Konflikt. Die
DVD ist technisch wunderbar, lediglich bei den Extras wäre viel mehr
möglich gewesen. |
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Prädikat: Sehr empfehlenswert |
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AWARDS |
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Verantwortlicher Redakteur: Klaus Doblmann Rezensionsdatum: 03.02.2009 |
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