Brick

 

Originaltitel: Brick
Genre: Drama/Thriller/Krimi 
Freigabe: FSK 16  
Produktion: USA 2005
Veröffentlichung DVD: erhältlich
Anbieter: Autobahn/Senator
Ländercode: 2
Laufzeit: 1:45:19
Regie: Rian Johnson
Darsteller: Joseph Gordon-Levitt, Nora Zehetner, Lukas Haas, Noah Fleiss...
Musik: Nathan Johnson
Produzent: Ram Bergman, Mark G. Mathis
Drehbuch: Rian Johnson
EAN: Kauf: 886970400695
Links zum Film: IMDB OFDB
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INHALT

Der Independent-Film blüht, und Jahr für Jahr wird die Anzahl kleiner Filme jenseits von großen Studioprojekten auf den Leinwänden mehr. Insofern scheint es kaum verwunderlich, dass von Hollywood für tot erklärte Genres von Jungregisseuren wiederentdeckt und wiederbelebt werden. Brick, das Erstlingswerk des Newcomer-Regisseurs Rian Johnson ist so ein Fall: Würde sich die Geschichte nicht in der Neuzeit an einer amerikanischen Highschool abspielen, man würde sich in einem Film Noir der 40er wähnen.
Erzählt aus der äußerst subjektiven Perspektive des Hauptcharakters Brendan (Joseph Gordon-Levitt) entfaltet sich die Geschichte um dessen (Ex?)Freundin Emily (Emilie de Ravin), welche er nach einem verzweifelten Hilferuf ihrerseits ermordet auffindet. Brendan ist ein selbsterwählter Außenseiter und nur mit Hilfe seines Freundes "Brain" (Matt O'Leary) macht er sich auf die selbstzerstörerische Suche nach dem Mörder von Emily. Die Teile des Puzzles liegen weit verstreut in einer ihm unbekannten Welt aus verschiedenen Gruppierungen und Cliquen und führen Brendan auf die Spur eines Drogenringes, an dessen Spitze der berüchtigte Boss "The Pin" (Lukas Haas) steht. Ihm helfen will auch die hübsche und mysteriöse Laura (Nora Zehetner), Brendan jedoch vertraut ihr nicht, da er ihre Ziele und Absichten nicht zu entschlüsseln weiß. Je weiter er in den Sog aus Lügen und Verrat gezogen wird, desto gefährlicher wird die verzweifelte Suche nach dem Mörder und als Brendan sich selbst in die Dienste des Pins stellt um in dessen Umfeld zu schnüffeln, überstürzen sich die Ereignisse...
"Brick" ist kein bequemer Film, sondern er ist durch und durch düster und von einer beklemmend-spannenden Atmosphäre durchzogen. Dadurch, dass der Film stets aus der subjektiven Sicht des Hauptcharakters erzählt wird, muss auch der Zuseher immer auf der Hut sein, denn objektive Anhaltspunkte fehlen fast vollständig. Wo in anderen Filmen spärlich charakterisierte Personen negativ auffallen und keine Identifikation zulassen, wirkt dieses Mittel hier auf ganz besondere Art und Weise. Durch die exzellent agierenden Schauspieler, die keine einzige Figur - auch Brendan - dem Zuseher wirklich nahe bringen, sondern gekonnt Distanz halten, wird die Spannung hoch gehalten. Den ganzen Film hindurch kann man sich der genauen Funktion und der Rolle von kaum einer Figur wirklich sicher sein - teilweise auch über das Ende hinaus.
Rian Johnsons Talent als Drehbuchautor ist besonders zu erwähnen. Wenn sich der Filmplot in den letzten 20-30 Minuten aufdröselt und viele Irrungen und Wirrungen aufweist, ist die generelle Richtung dennoch klar, Rian weiß genau, was er erreichen will und wie er zu diesem Ziel kommt. Die Sprache im Film hält Johnson dabei erstaunlich un-modern. Keine Spur von Fluchtiraden und Schimpfwörtern, es regiert eine gesetzte, alte Sprache, wie sie schon in den Genrevorbildern der 30er und 40er verwendet wurde. Und doch passen diese Dialogzeilen perfekt in einen Film, der in seiner modernen Hülle höchst klassisch daherkommt und helfen der ernsten, düsteren Atmosphäre ungemein.
Für einen Film, der sich als Film Noir versteht, gehört ein genrekonformes Ende selbstredend dazu. Ein Streifen, so dunkel und düster wie "Brick", kann seine Erfüllung in keinem Happy End finden. Femme fatale, gebrochener Held, alles ist vorhanden und ergibt zum Schluss trotz des verworrenen Plots durchaus seinen Sinn. Wenn Brendan am Ende den Hergang und die Umstände des Todes seiner Freundin aufschlüsselt, dann sind aber dennoch nur grobe Teile geklärt und Detailfragen verlangen nach Auslegung. Wenn sich Brendan schließlich in der letzten Einstellung von der Kamera abwendet um seinen eigenen Weg zu gehen, dann gibt er den Ball an den Zuseher ab, der nun an der Reihe ist, diese offenen Fragen für sich selbst zu beantworten.
"Brick" ist trotz seines Handlungsortes einer amerikanischen Senior-Highschool ein klassischer, tiefgründiger Film Noir für anspruchsvolle Filmfreunde, welche sich wie im siebten Himmel fühlen werden. Rian Johnson bewies mit seinem Spielfilmdebüt sein großes Talent, spannende, ungewöhnliche, intrigierende und zum Nachdenken anregende Geschichten auf eine klassische aber dennoch neue Art und Weise zu erzählen, die noch lange in den Köpfen der Zuseher nachwirken. Hier wächst ein großes Talent heran - man darf auf seine weiteren Projekte gespannt sein. 

 

Störendes/auffälliges Product-Placement: NEIN

Sehenswertes in/nach den Credits: NEIN

Zielgruppe: Kunstkino 50% - Mainstream 50%

Wertung Film:
Wiederabspielwert:


BILD

Format: 1,85:1 - 16:9 
Originalformat: JA
System: PAL 
Bemerkungen: Das Bild der DVD gibt die Intentionen des Regisseurs sehr gut wieder. Zurückgenommene, bläuliche und grünliche Farben dominieren und werden von soliden Kontrast- und Schwarzwerten unterstützt. Die Schärfe schwankt dagegen etwas. Viele Szenen sind sehr scharf und weisen über eine feine Detailzeichnung auf, andere wiederum sind leicht weich ausgefallen. Verschmutzungen sind nur vereinzelt in Form von kleinen Härchen zu finden und das mal leichter, mal stärker auftretende Rauschen stört den Filmgenuss nicht. Insgesamt ein für einen kleinen Film sehr gut ausgefallener Transfer mit nur kleinen Schwächen.  
Wertung Bild: 70%

TON

Sprachen/Format(e):

Dolby Digital - Spuren

DTS - Spuren:

PCM - Spuren:

Deutsch 5.1 - 448 kbit
Englisch 5.1 - 448 kbit
Kommentar 2.0 - 192 kbit

Deutsch 5.1

keine

Untertitel: Deutsch (Film+Kommentar), Englisch (nur Film)
Bemerkungen: Der Ton des Filmes ist über weite Strecken sehr ruhig ausgefallen und die Lautsprecher sind nur mit den Dialogen, der Musik und leichten Umgebungsgeräuschen beschäftigt. In den belebteren Szenen verfügen die Tonspuren aber auch über eine tolle Dynamik und eine kraftvolle, gut räumlich abgemischte Effektwiedergabe, die in der DTS-Fassung einen noch etwas kräftigeren Punch hat als in den DD-Versionen. Die Dialoge werden dabei stets gut verständlich wiedergegeben, sodass man insgesamt mit den Tonspuren sehr zufrieden sein darf.  
Wertung Ton: 80%

AUSSTATTUNG

Anzahl DVDs: 1/2 (Verleih/Kauf)
Verpackung: Keep Case/Steelbook (Verleih/Kauf)
Menüs: animiert, mit Musik hinterlegt
Bemerkungen: Die uns zum Test vorliegende Verleihversion enthält nur die erste DVD, welche in der Verkaufsversion ident vorzufinden ist. Darauf ist neben dem Filmtrailer als Special nur der Audiokommentar enthalten. Hauptakteur desselben ist dabei Regisseur Rian Johnson, zeitweise unterstützt von den Darstellern Zehetner und Segan, dem Produzenten Bergman, der Produktionsdesignerin und der Kostümdesignerin. Dieser ist - besonders, wenn der Regisseur alleine spricht - recht interessant und informativ ausgefallen und auch für Scherze ist die Zeit nicht zu knapp.

Die Verkaufsversion im Steelbook wird auf der zweiten DVD zusätzlich ein Making-Of, ein Interview mit dem Regisseur, deleted/extended scenes und vieles mehr enthalten.
Wertung Ausstattung: 30% (Verleih)

Fazit

Rian Johnsons Spielfilmdebüt "Brick" entpuppt sich als atmosphärischer, düsterer und exzellent gespielter Film Noir der alten Schule - eingepackt in eine moderne Hülle. Anspruchsvolle Filmfreunde sollten unbedingt zugreifen, zumal auch die technische Seite der DVD sehr gut ausgefallen ist.

Prädikat: sehr empfehlenswert


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AWARDS


Gold-Award für das atmosphärische, stimmige und spannende Spielfilmdebüt von Regisseur Rian Johnson


Verantwortlicher Redakteur: Klaus Doblmann  Rezensionsdatum: 24.03.2007

Infos zum Testverfahren

Alle verwendeten Bilder etc. copyright Autobahn/Senator!
Diese Test-DVD wurde uns dankenswerterweise von Autobahn/Senator zur Verfügung gestellt

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