Cachè

 

Originaltitel: Cachè
Genre: Thriller 
Freigabe: FSK 12  
Produktion: FR/AT/GER/IT - 2005
Veröffentlichung DVD: Verleih: 20.07.2006
Verkauf: 07.09.2006
Publisher: EuroVideo
Ländercode: 2
Laufzeit: 1:53:16
Regie: Michael Haneke
Darsteller: Daniel Auteuil, Juliette Binoche, Maurice Bénichou...
Musik: Ralph Rieckermann
Produzent: Veit Heiduschka
Drehbuch: Michael Haneke
EAN: Verleih: 4009750254936
Links zum Film: IMDB OFDB
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INHALT

Eröffnung. Gut zwei Minuten zeigt die statische Kamera eine Häuserfront, wie sie normaler nicht sein könnte, auch die Menschen, die daran vorbeigehen, gehen ihren normalen Dingen des Lebens nach. Im Bild laufen die Credits. Doch dann hört man Stimmen, Stimmen, die das Bild auch beobachten. Diese gehören George und Anne Laurent (Daniel Auteuil, Juliette Binoche) und die Hausfront ist nicht irgendeine sondern ihr eigenes Haus, von einem Unbekannten gefilmt und ihnen als Video in einem Plastiksack vor die Türe gehängt. Doch wer ist der Unbekannte und was will er damit bezwecken? Ein zweites Video trifft ein, eingewickelt in eine Kinderzeichnung. Darauf ist Georges Elternhaus zu sehen, aber wieder nichts wirklich aufregendes, nur eine Aufnahme des Hauses. Die Familie fühlt sich terrorisiert, aber auch die Polizei kann nicht helfen, erst, wenn jemand sie physisch bedrohen würde, könnten sie eingreifen. Wer auch immer der Unbekannte ist, er scheint George zu kennen und auf irgend etwas in seiner Vergangenheit hinweisen zu wollen. Ein weiteres Videoband, diesmal zeigt es eine Wohnungstür, dessen Bewohner George in seiner Verzweiflung aufsucht. (An dieser Stelle lassen wir ein Stück der Story aus). Als er zurückkommt erzählt er seiner Frau, die Wohnung sei leer und werde als Abstellkammer benutzt, diese jedoch findet ein weiteres Videoband, das George und den Bewohner der Wohnung in derselben bei der Unterhaltung zeigt. So streut der Unbekannte nun auch Zwietracht zwischen dem Ehepaar, der Gipfel des Terrors jedoch ist noch lange nicht erreicht...

"Cachè" trägt seinen Titel ("Versteckt") mehr als zurecht. Dieser bezieht sich nicht nur auf die zumeist statischen Videobänder, die dem Ehepaar und deren Sohn zugespielt werden, sondern auch die Figuren haben ihre versteckten Geheimnisse voreinander und auch die Bilder des Filmes sollten nicht als trivial abgetan werden, sondern genau analysiert werden, denn auch sie beinhalten wie in einem Film von David Lynch viele kleine, versteckte Informationen. Eines ist schon auf Grund der Struktur des Filmes klar: Der wahre Unbekannte wird nicht zum Vorschein kommen. Dies spielt aber insofern keine Rolle, da es im Film nicht vorrangig um die Aufdeckung des Täters geht, sondern um eine Porträtierung des Terrors, der die Familie an den Rand des Abgrunds bringt.
Die Inszenierung des Streifens erfolgt in zumeist statischen und beschreibenden Bildern, oft wirkt die Kamera selbst "versteckt". Was sich etwas banal und einfach anhört ist es keineswegs: Jedes Bild liefert Details zum gesamten Puzzle, wer das Geheimnis entschlüsseln will, sollte zudem jede Aktion jeder Person zu jeder Zeit hinterfragen, so unschuldig sie auch wirken mag. Dies geht sogar so weit, dass auch die Fernsehnachrichten im Hintergrund mancher Szenen einen Bezug zur Geschichte des Filmes haben. Vielleicht sollte man an dieser Stelle auch gleich den Abspann erwähnen: Wer diesen leichtfertig wegschaltet oder die Getränke und Knabberreste wegzuräumen beginnt, versäumt gleich zwei für das Filmverständnis extrem wichtige Informationen im mehrere Minuten langen, statischen Abspannfilm, das eine vermeintlich ganz normal agierende Menschenmenge vor einer Schule nach Schulschluss zeigt. Schauspielerisch bewegt sich der Film auf einem sehr hohen Niveau, Daniel Auteuil und Juliette Binoche kauft man die Rollen der besorgten und terrorisierten Eltern zu jeder Zeit zu 100% ab. Es liegt auch in der Natürlichkeit mit der sie ihre Charaktere darstellen, dass der Film so glaubwürdig erscheint, aber auch die Nebendarsteller unterstützen den den Film gekonnt und tragen so zu einem feinen und authentischen Erlebnis bei.
"Cachè" ist kein leichter Film, ganz im Gegenteil, es ist schwere Filmkost, deren Reiz in der Darstellung des psychischen Terrors einer ganz normalen Familie liegt. Wer solch anspruchsvolle Filmkost mit vielen Rätseln im Stile von David Lynch mag, wird diesen Film lieben. Uneingeschränkte Empfehlung der Redaktion!

 

Störendes/auffälliges Product-Placement: NEIN

Sehenswertes in/nach den Credits: JA

Wertung Film:


BILD

Format: 1,78:1 - 16:9 
System: PAL 
Bemerkungen: Mit dem digital gedrehten Bild gibt es kaum Probleme: Die Farben sind zumeist etwas flach und zurückgenommen um die triste Atmosphäre zu unterstreichen, Kontrast und Schwarzwert sind recht gut ausgefallen. Schärfe und Detailzeichnung sind zwar zumeist auf einem sehr guten Level, könnten aber doch noch einmal um einen Tick besser sein. Rauschen findet man nur selten und leicht vor, unter den sonstigen Fehlern sind nur manchmal leicht sichtbare Doppelkonturen aufzuführen, die Kompression arbeitet recht unauffällig.
Wertung Bild: 70%

TON

Sprachen/Format(e):

Dolby Digital - Spuren

DTS - Spuren:

PCM - Spuren:

Deutsch 5.1 - 448 kbit
Französisch 5.1 - 448 kbit

keine

keine

Untertitel: Niederländisch, Deutsch
Bemerkungen: Am stark dialog- und frontlastigen Ton gibt es kaum etwas auszusetzen, die Dialoge und Geräusche werden gut natürlich wiedergegeben, im französischen Original etwas dumpfer als in der deutschen Synchro, ansonsten aber ohne Probleme oder Auffälligkeiten. Längere Musikstücke, Umgebungsgeräusche oder große Effekte sucht man vergebens, der Film wird rein von Dialogen getragen, weshalb die hinteren Lautsprecher und der Subwoofer Pause haben.
Wertung Ton: 60%

AUSSTATTUNG

Anzahl DVD'S: 1
Verpackung: KeepCase
Bemerkungen: Als Specials findet man auf der DVD ein knapp 28-minütiges Interview mit Michael Haneke und ein Making-of mit 21 Minuten, in dem alle wichtigen Personen zu Wort kommen. Beide Specials sind auf französisch und wahlweise in Deutsch sowie Niederländisch untertitelt. Zusätzlich findet man auch noch den französischen Originaltrailer auf der Scheibe vor.
Wertung Ausstattung: 60%

Fazit

Ein anspruchsvoller Film über den psychischen Terror an einer normalen Familie, der der Frage nachgeht, wie weit uns Dinge, die wir als kleine Kinder gemacht haben in unser Erwachsenenleben verfolgen. Mit Liebe zum kleinsten Detail inszeniert und grandios gespielt ist der Film eine Freude für jeden Cineasten. Die DVD kann technisch überzeugen, bei den Specials gefällt besonders das aufschlussreiche Interview mit dem Regisseur. Kaufempfehlung!


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AWARDS


Uneingeschränkte Empfehlung für anspruchsvolle Filmfans.


Verantwortlicher Redakteur: Klaus Doblmann  Rezensionsdatum: 19.07.2006

Infos zum Testverfahren

Alle verwendeten Bilder etc. copyright EuroVideo!
Diese Test-DVD wurde uns dankenswerterweise von EuroVideo zur Verfügung gestellt

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