Christie Malrys Blutige Buchführung

 

Originaltitel: Christie Malry’s Own Double-Entry
Genre: Drama, Thriller 
Freigabe: FSK 16  
Produktion: GB/NL/LUX - 2000
Veröffentlichung DVD: Verleih: 17.08.2006
Verkauf: 12.10.2006
Publisher: epiX
Ländercode: 2
Laufzeit: 1:30:42
Regie: Paul Tickell
Darsteller: Nick Moran, Neil Stuke, Kate Ashfield...
Musik: Luke Haines
Produzent: Kees Kasander
Drehbuch: Simon Bent
EAN: Verleih: 4009750222256
Verkauf: 4009750222263
Links zum Film: IMDB OFDB
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INHALT

Christie Malry (Nick Moran) ist ein unauffälliger Bankier Mitte Zwanzig, doch so normal er von außen aussieht, so stark brodelt es in ihm: Er hasst das System und als seine psychotischen Fantasien mit ihm durchgehen taucht er ein in die Welt des Anarchismus, um mit der Methode der doppelten Buchführung mit der ihm so verhassten Gesellschaft abzurechnen. Dabei ist der blutige Bombenanschlag auf das Finanzamt nur der Anfang seines Vergeltungsfeldzuges...

"Christie Malrys blutige Buchführung" hat viele starke, aber auch einige schwache Seiten. Beginnen wir bei den Pluspunkten: Der Film ist visuell abgefahren und spiegelt den Gemütszustand von Christie zu jeder Zeit wieder: Immer wieder gibt es im Film kurze Tagträume, in denen Christie im Traum z.B. die gesamte Belegschaft niedermetzelt oder während eines Schäferstündchens an einen Anschlag zurückdenkt, es verschmilzt das Reale mit dem Surrealen, genau, wie es mit dem Charakter passiert. Zudem sind die Inszenierung (der man das geringe Produktionsbudget allerdings stellenweise anmerkt) und die schauspielerischen Leistungen mit teilweise dezentem Overacting auf einem recht ansprechenden Niveau und auch Musik und Atmosphäre stimmen.
Auf der anderen Seite sind es aber immer wieder kleine, unpassend komische Momente, obendrein hängt der Film im mittleren Teil etwas in der Luft und es geht nicht wirklich was voran. Auch über die eingeschnittenen Szenen aus dem Mittelalter mit Leonardo DaVinci kann man streiten, inwieweit sie nun für nicht geschichtlich bewanderte Zuseher eine Bereicherung oder einen Ablenkungsfaktor darstellen.
Insgesamt aber ist "Christie Malrys blutige Buchführung" ein für Fans von Independent-Dramen sehenswerter Film, der mit der Denkweise und der Selbstdarstellung von Anarchisten spielt und einen ironischen Seitenhieb auf unsere Furcht und unsere fixe Schuldzuweisung vor/an so genannten "Schurkenstaaten" darstellt.

 

Störendes/auffälliges Product-Placement: JA

Sehenswertes in/nach den Credits: NEIN

Wertung Film:


BILD

Format: 1,33:1 - 4:3 
System: PAL 
Bemerkungen: Es ist nun schon das zweite Mal in wenigen Tagen, dass mich eine DVD im falschen Bildformat erreicht: Statt des Originalformates von 1,85:1 bekommt man einen gecroppten Transfer im Vollbildformat serviert, der die teilweise wundervolle Kameraarbeit zerstört. Das Unverständliche daran ist, dass wieder einmal der Vorspann im Originalformat präsentiert wird, der Film selbst aber nicht...

Aber nun zum Bild selbst: Die Farben schwanken je nach Szene etwas zwischen ausgeprägt und leicht desaturiert, der Schwarzwert ist sehr gut. Was den Kontrast angeht, so könnte das Bild in manchen Szenen in den dunklen und mittleren Bildtönen etwas heller ausfallen. Die Schärfe ist stets leicht weich, die Detailzeichnung ist gut ausgefallen, Rauschen ist stets leicht in Hintergrund auszumachen und Defekte oder andere Fehler fallen nicht auf.
Wertung Bild: 60%

TON

Sprachen/Format(e):

Dolby Digital - Spuren

DTS - Spuren:

PCM - Spuren:

Deutsch 2.0 SR - 192 kbit
Deutsch 5.1 - 384kbit
Englisch 2.0 SR - 192 kbit

keine

keine

Untertitel: keine
Bemerkungen: Technisch gibt es an den Tonspuren nicht viel auszusetzen, alle drei verfügen über eine natürliche Sprachausgabe und sind auch was Musik und Effekte anbelangt recht dynamisch abgemischt. Die Surroundlautsprecher werden hauptsächlich für die Musik genutzt, der Subwoofer darf immer wieder mal kräftig mitreden.
Die deutsche Synchro ist zwar technisch gut gelungen, nur bei den Sprechern fehlen manchmal die feinen Nuancen sowie der Akzent im O-Ton. Noch ein Wort zum englischen Ton: Dieser bietet kein reines, klares Schulunterrichts-Englisch, sondern man braucht schon etwas Erfahrung, um alles zu verstehen. Zudem sind in der englischen Fassung die Mittelalter-Szenen in Italienisch gehalten. Da es keine Untertitel gibt, muss man in diesen Szenen, die zusammen gut 10 Minuten des Filmes ausmachen, auf den deutschen Ton umschalten, wenn man des Italienischen nicht mächtig ist.  
Wertung Ton: 60%

AUSSTATTUNG

Anzahl DVD'S: 1
Verpackung: KeepCase
Bemerkungen: Als Extras findet man auf der DVD den englischen Originaltrailer (im Originalbildformat), Texttafeln zu Adaptation des Romanes sowie zum Look und Design sowie Biografien zu Nick Moran, Kate Ashfield, Neil Stuke und Paul Tickel. Dazu gibt es die übliche epiX-Trailershow. Verleih- und Verkaufsfassung sind identisch.
Wertung Ausstattung: 20%

Fazit

Ein originelles englisches Independent-Drama mit kleinen Schwächen. Das Bild ist leider beschnitten, der Ton ist gut. Da es weitweit keine Fassung des Bildes im Originalformat gibt, können Interessierte, die das falsche Bildformat nicht stört, zugreifen.


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Verantwortlicher Redakteur: Klaus Doblmann  Rezensionsdatum: 16.08.2006

Infos zum Testverfahren

Alle verwendeten Bilder etc. copyright epiX!
Diese Test-DVD wurde uns dankenswerterweise von epiX zur Verfügung gestellt

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