Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (2008) bei Amazon.de kaufen

 

Originaltitel: Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull
Genre: Abenteuer, Action, Drama 
Freigabe: FSK 12  
Produktion: USA 2008 
Veröffentlichung DVD: 24.10.2008 
Anbieter: Paramount Home Entertainment 
Ländercode:
Laufzeit: 1:57:31 
Regie: Steven Spielberg 
Darsteller:
Harrison Ford, Cate Blanchett, Karen Allen, Shia LaBeouf... 
Musik: John Williams 
Produzent: Frank Marshall
Drehbuch: David Koepp, George Lucas, Jeff Nathanson 
EAN: 4010884528381 
Links zum Film: IMDB OFDB
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INHALT

Indiana Jones, der Mann mit Peitsche und Schlapphut ist wieder da. Lange hat es gedauert (19 Jahre) – nun packt ihn wieder die Abenteuerlust und er zieht in den Kampf. Diesmal nicht gegen böse Nazischergen, nein, der Film setzt 1958 ein. Und da infiltriert gerade eine russische Kleinarmee eine Militärbasis mitten in Nevada. Mit dabei, der gefangene Henry „Indiana“ Jones sowie dessen Kumpel George McHale. Der entpuppt sich nur allzu schnell als Verräter, doch das As unter den Archäologen wird unter russischem Dauerfeuer auch dieser Situation Herr. Selbst als er sich wenig später auf einem Testgelände für Atomversuche wieder findet, entkommt er der bombastischen Explosion und den tödlichen Strahlen rechtzeitig in einem Kühlschrank versteckt. So kennen und so lieben die Fans „ihren“ Indy!

19 Jahre sind eine lange Wartezeit und um die Fans nicht zu enttäuschen, folgen Regisseur Steven Spielberg und Produzent George Lucas ihrem Credo „kleckern statt klotzen“. In Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull sind die Explosionen größer, die Russen noch brutaler und Cate Blanchett als Oberbösewicht im Bubischopf und mit bedrohlichem Akzent noch fieser. Doch der Reihe nach: Zurück in New York macht Dr. Jones zunächst Bekanntschaft mit dem FBI, das ihn verdächtigt, den Russen in die Hände gespielt zu haben, später dann mit dem jungen Mutt Williams, den Sohn einer von Indianas alten Liebschaften. Mutt ist ein richtig tougher Sunnyboy, stets um seine Frisur besorgt und auf seinem Motorrad wohl die Inkarnation dessen, was man Ende der 50er als „cool“ bezeichnen hätte können. Schon ihr erstes Zusammentreffen wird von russischen Agenten empfindlich gestört, mit denen sie sich eine rasante Verfolgungsjagd durch die Stadt und allerlei hektische Spielereien liefern. Indiana erkennt den Ernst der Lage und macht sich mit Mutt auf nach Südamerika, wo sie dem Geheimnis einer sagenumwobenen Inkastadt und eines nicht weniger sagenumwobenen Kristallschädels auf die Spur kommen und dabei alte Freunde und Feinde wiedersehen.


"Wenn man einen Film macht, auf den die Leute sich schon lange vorher freuen, dann werden sie - egal was du ihnen gibst - enttäuscht sein." – Mit diesem Zitat versuchte Produzent George Lucas bereits vor wenigen Tagen der teils vernichtenden Kritik den Wind aus den Segeln zu nehmen. Aber eigentlich hat der neue Indy das nicht nötig. Problematisch ist die Passage „egal was du ihnen gibst“. Lucas macht es sich damit zu leicht: Denn es gibt durchaus Passagen im Film, bei denen man einfach merkt, dass es „egal“ ist, was gerade passiert. Vor allem im letzten Drittel leistet sich der Film doch einige gröbere Ausreißer – vom wie Tarzan durch den Dschungel schwingenden Shia LeBouf (zudem mit unterirdischen CGIs) bis hin zur abstrusen Ufostory am Ende. Das ist vielleicht Die unheimliche Begegnung der dritten Art aber nicht der Indiana Jones, den wir kennen - und das hätte so nicht sein müssen.

Aber keine Sorge, das „Herz“ des Films bildet auch diesmal nostalgisch angenehme Unterhaltung. Wenngleich Jones diesmal keine denkwürdigen One-Liner in den Mund gelegt wurden, so darf er auch hier wieder sein humoristisches Talent unter Beweis stellen. Agil wie eh und je, und das, obwohl man Ford seine 65 Jahre mittlerweile doch stark ansieht, turnt sich Indiana durch den Kugelhagel der Sowjets und muss im Kampf Mann gegen Mann auch einiges einstecken. Und nicht nur da: Indiana überlebt (mitsamt seinen Begleitern) Angriffe von Indios, Killerameisen und stürzt sogar in einem Auto gleich drei Wasserfälle hinunter, ohne auch nur eine sichtbare Schramme davon zu tragen. DAS sind wahre Helden!

Bis auf die resolute Cate Blanchett als Irina Spalko verkommt der Rest des Casts eigentlich zu reiner Staffage, selbst der Versuch, Shia LeBouf als potentiellen Nachfolger des waghalsigen Archäologen aufzubauen, scheitert an seiner Halbherzigkeit.

Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull sollte denen zur Freude gereichen, die bereits die „alten” Filme kennen und lieben. Kein anderer wie Steven Spielberg versteht es wohl so gut, seine Zuschauer auf eine temporeiche Achterbahnfahrt mitzunehmen, weil er die Mechaniken, nach denen diese Filme funktionieren, durchschaut und gnadenlos einsetzt. Und wenn am Schluss, wenn die Bösen besiegt sind und die guten überlebt haben, das Titelthema der wie immer bombastischen Musik von John Williams erklingt, wird schnell klar, dass eine rasante, wenig tiefgehende, aber immerhin meist spannende Abenteuergeschichte zu Ende geht und mit ihr die Legende um Indiana Jones. Oder folgt am Ende gar doch Teil fünf?

(Erstveröffentlichung in unserer Kinokritik zum Film)
 

Störendes/auffälliges Product-Placement: NEIN

Sehenswertes in/nach den Credits: NEIN

Zielgruppe: Kunstkino 0% - Mainstream 100%

Wertung Film: 3.5/5
Wiederabspielwert:
3/5


BILD

Format: 2,35:1 - 16:9 
Originalformat: JA
System: PAL 
Bemerkungen: Fast scheint es so, als wäre der Zenit der Bildqualität bei DVDs bereits überschritten - ein Schelm, wer daran denkt, dass manche Programmanbieter durch dezente Qualitätsminimierung bei den DVDs die HD-Verkäufe ankurbeln wollen. Die Bildqualität von Indy 4 ist zwar keineswegs schlecht, dennoch hat Paramount in den vergangenen Jahren wesentlich besseres Material veröffentlicht:
Nichts auszusetzen gibt es an Farben und Kontrast, diese passen wunderbar zum Stil des Filmes und geben die Intentionen von Spielbergs Haus- und Hof- Kameramann Janusz Kaminski akkurat wieder. Der Teufel ist sprichwörtlich im Detail zu suchen: Schon bei der Titelsequenz fällt bei den Schriften Treppchenbildung (Aliasing) auf, welches wegen der progressiven Encodierung des Bildmateriales beim Abspielen durch Filter nicht entfernt werden kann. Ebenfalls ist bei harten Kontrasten (wiederum bei den Schriften) leichtes Ghosting zu verzeichnen. Die Schärfe ist weitestgehend überdurchschnittlich, immer wieder fallen aber Einstellungen (besonders bei Weitwinkelaufnahmen) auf, die einen leicht weichen Eindruck hinterlassen.
Die Kompression ist dagegen gut geworden, die allermeiste Zeit über verhält sie sich unauffällig, nur bei Szenen mit vielen Nuancen, Details und raschen Bewegungen im gesamten Bild gibt sie sich zu erkennen. Analoges Rauschen ist nur dezent vorhanden, Defekte sind nicht auszumachen.
Insgesamt ein sehr ansprechendes Bild, wenn auch nicht ganz das, was technisch möglich wäre und was man sich von einer Scheibe mit THX-Zertifizierung erwartet.
Wertung Bild: 80%

TON

Sprachen/Format(e):

Dolby Digital - Spuren

DTS - Spuren:

PCM - Spuren:

Englisch 5.1 - 448 kbit
Deutsch 5.1 - 448 kbit
Türkisch 5.1 - 448 kbit

keine

keine
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch (jeweils bei Film und Extras)
Bemerkungen: Eine kleine Auffälligkeit gleich zu Beginn: Die Tonspuren enttäuschen vom Format her etwas: Ein Film, wie Indiana Jones 4, der vor kleinen Details und unzähligen direktionalen Effekten (wobei viele im Hintergrund bleiben und nur dezent auf die Soundkulisse einwirken) nur so strotzt, der verlangt nach einer DD EX bzw. einer DTS-ES Abmischung mit zusätzlichem rückwärtigen Centerkanal. Diese gab es allerdings schon im Kino nicht, also ist es wenig verwunderlich, dass auch auf DVD (und Blu-Ray) nur 5.1-Abmischungen zu finden sind.
Das, was es aber zu hören gibt, kann überzeugen. Wie schon erwähnt strotzt der Soundtrack voller kleiner Details, die ihn bereichern. Die Dialoge sind stets exzellent verständlich, auch die Musik passt sich wunderbar in das Gesamt-Klangbild ein. Die Dynamik ist gut und auch der Subwoofer bekommt viel zu tun, auch, wenn der Film nicht unbedingt zu den basslastigsten Filmen der letzten Jahre gehört. Selbst der neue THX-Trailer, der vor dem Film abläuft, nutzt den LFE-Kanal deutlich stärker als der Hauptfilm.
Insgesamt ein Soundtrack, der sich in allen drei Sprachfassungen hören lassen kann.
Wertung Ton: 80%

AUSSTATTUNG

Anzahl DVDs: 1
Verpackung: Keep Case
Menüs: animiert, mit Musik hinterlegt
Bemerkungen: Zum Test lag uns lediglich die Einzel-DVD-Version vor, der Film erscheint darüber hinaus auch in einer Doppel-DVD mit Kristallschädel und als Blu-Ray.
Zwei Specials sind auf der Einzel-DVD vorhanden: "Die Rückkehr einer Legende" (17 Min.) und "Vorproduktions-Featurette" (12 Min.). Zusammen geben beide Featurettes einen recht umfassenden, kurzweiligen Einblick in die Produktion des Filmes, erzählen von der Geschichte der Entstehung, von den Dreharbeiten, den Vorbereitungen und vielem mehr.
Wertung Ausstattung: 40%

Fazit

 "Indiana Jones und das Königreich des Kritallschädels" ist zwar inhaltlich nicht ganz das geworden, was die Fans sich erwartet haben, dennoch aber ist Stephen Spielberg ein unterhaltsames, spaßiges Filmchen gelungen. Die Qualität der DVD stellt zwar besonders im Bildbereich nicht das technisch machbare Optimum dar, kann aber dennoch überzeugen und die Qualität der Specials stellt für eine Single-DVD-Edition eine rühmliche Ausnahme dar.
Wer noch mehr Indy will, greift zur Doppel-DVD mit Kristallschädel oder zur Blu-Ray.

Prädikat: empfehlenswert


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Verantwortliche Redakteure: Filmkritik: Florian Widegger, Techniktest: Klaus Doblmann  Rezensionsdatum: 23.10.2008

Infos zum Testverfahren

Alle verwendeten Bilder etc. copyright Paramount HE!
Diese Test-DVD wurde uns dankenswerterweise von Paramount HE zur Verfügung gestellt

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