Sabu double feature (Monday/Blessing Bell)

 

Originaltitel: Monday, Kôfuku no kane
Genre: Komödie/Action/Drama 
Freigabe: FSK 16  
Produktion: JAP 2000/2002
Veröffentlichung DVD: 27.10.2006
Anbieter: RapidEyeMovies
Ländercode: 2
Laufzeit: Monday: 1:35:50 Blessing Bell: 1:27:50
Regie: Hiroyuki Tanaka (SABU)
Darsteller: diverse
Musik: diverse
Produzent: diverse
Drehbuch: Hiroyuki Tanaka (SABU)
EAN: 4260017060732
Links zum Film: Blessing Bell: IMDB OFDB
Monday: IMDB OFDB
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INHALT

MONDAY Montagmorgen. Ein Mann in schwarzen Anzug wacht in einem Hotelzimmer auf. Sein Gedächtnis funktioniert nicht, er hat keine Ahnung, was mit ihm geschehen ist, obwohl er ernsthaft versucht, sich zu erinnern. Dann fällt ihm ein Päckchen Salz aus der Tasche, `Reinigungssalz´, wie es nach Totenwachen und Beerdigungen verwendet wird, um böse Geister zu bannen. Plötzlich erinnert er sich an einige Fragmente: Begräbnis.... Café.... Bar..... Yakuza.... Träumt er, oder....?

BLESSING BELL Der Morgen erwacht über dem verlassenen Hof einer Fabrikanlage. Die Welt scheint still zu stehen: Da setzt sich ein Mann namens Igarashi in Bewegung. Wortlos lässt er sich treiben und begegnet dabei einem Yakuza, einem Mörder, einer Mutter, und einem Geist. Die Geschichten reihen sich wie Perlen einer Kette aneinander, die dann jedes Mal aufs Neue zerreißt. Und am Ende seiner Reise erkennt Igarashi, dass es in der Welt nur einen Ort für ihn gibt...
(Quelle Inhaltsangaben: Pressetext)

Hiroyuki Tanaka, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Sabu, versteht es, Sozialsatire, Action, Thriller und eine gehörige Portion an Komik zusammen in seine Filme zu packen, die in der Mischung dem geneigten Fan von asiatischen Filmen jenseits des Mainstreams filmischen Höchstgenuss bieten. Die Protagonisten in den beiden hier von RapidEyeMovies zusammen veröffentlichten Filmen sind keine typischen Helden, sie sind eigentlich stinknormale Menschen, denen nur allerlei skurrile Situationen widerfahren. So dreht sich "Monday" um den Büroangestellten Koichi Takagi (Shin'ichi Tsutsumi), der sich an nichts erinnern kann, im Hotelzimmer liegen leere Flaschen von Hochprozentigem herum, eine Waffe, weitere Hinweise, und schön langsam beginnen sich die Erinnerungen in langen Rückblenden zusammenzusetzen. Gezeichnet in zumeist ruhigen Bildern, denen oft nur kleine Gesten genügen, weiß Tanaka stets in die Irre zu führen und zu überraschen, es werden Erwartungshaltungen nicht eingelöst, der Zuseher wird tief hineingezogen in das klebrige Netz einer skurrilen Traumwelt, die er nur zu gerne als die Wahrheit sehen würde - bis hin zu einem würdigen Ende, das zum Nachdenken anregt.
Noch viel ruhiger geht es in "Blessing Bell" zur Sache, hier werden statische Einstellungen mit Überwachungscharakter geradezu zelebriert, umso interessanter und wirkungsvoller fallen so die Schwenks und Schnitte im Film aus, der den gerade arbeitslos gewordenen Fabrikarbeiter Igarashi (Susumu Terajima) auf eine ziellos scheinende Reise durch die Stadt führt, auf der er dem Tod in allen nur denkbaren Formen begegnet. Dies führt so weit, dass die Kamera den Protagonisten beim Abholen eines Lottogewinnes nicht in das Gebäude begleitet, sondern in aller Ruhe das sonstige Geschehen aufnimmt - bis dieser nach erledigtem Geschäft wieder herauskommt. Unterstrichen wird diese Ruhe, in der aber auch ein feiner, wenn auch bitterer Humor nicht fehlen darf, dadurch, dass Igarashi den gesamten Film hindurch kein Wort von sich gibt, nur am Ende, wenn er seine Erlebnisse rezitiert, bricht ein wahrer Wortschwall aus ihm heraus. Ein Film, in dem oberflächlich nicht viel zu passieren scheint, dessen Kraft aber in der Beobachtung liegt, die mehr Informationen beinhaltet, als man meinen möchte.

 

Störendes/auffälliges Product-Placement: NEIN

Sehenswertes in/nach den Credits: NEIN

Zielgruppe: Kunstkino 70% - Mainstream 30%

Wertung Film:
Wiederabspielwert:


BILD

Format: beide 1,85:1 - 16:9 
Originalformat: JA
System: PAL 
Bemerkungen: Monday:
Das prinzipiell gute Bild, das viele farbliche Stilmittel einsetzt, schwächelt dann doch an einigen Stellen, so ist der Kontrast besonders in den dunkleren Bildbereichen teilweise zu hart und verschluckt Details, in den Mitten und Lichtern ist er recht gefällig. Auch die Schärfe wirkt den gesamten Film hindurch etwas weich, die Detailzeichnung könnte ebenfalls ausgeprägter sein. Rauschen hält sich die ganze Zeit über stets leicht sichtbar und nicht störend im Hintergrund, dafür fallen immer wieder mal kleinere Defekte in Form von Härchen, die durchs Bild huschen, auf. Kein Bild für die große Leinwand, für kleinere Diagonalen aber gut genug.

Blessing Bell: 
Auf den ersten Blick sieht das Bild von "Blessing Bell" mit seinen natürlichen Farben etwas besser aus, besonders der Kontrast ist in den hellen Szenen angenehmer als bei "Monday", in manchen Nachtszenen (im Gefängnis z.B.) fällt es aber teilweise etwas schwer, im Gemisch dunkler Farbtöne etwas zu erkennen. Die Schärfe ist auch eine Spur weicher und um die Kanten herum treiben Aliasing sowie zeitweise leicht auftretende Doppelkonturen ihr Unwesen. Auch hier sind die meisten Szenen geprägt von einem leichten Hintergrundrauschen, in dem man zudem manchmal dezent die Kompression ausmachen kann, Filmdefekte treten kaum in Erscheinung.
Wertung Bild: Monday: 60% / Blessing Bell: 50%

TON

Sprachen/Format(e):

Dolby Digital - Spuren

DTS - Spuren:

PCM - Spuren:

Deutsch 5.1 - 384 kbit (Monday)
Japanisch 2.0 - 224 kbit (Monday)
Japanisch 2.0 - 192kbit (Blessing Bell)

keine

keine

Untertitel: jeweils Deutsch
Bemerkungen: Monday:
Der japanische Originalton wirkt stark monoartig, selbst der PLII-Modus will die Atmosphäre nicht wirklich aufteilen sondern konzentriert sich auf Center und Subwoofer, dabei ist die Dialogverständlichkeit trotz leichter Dumpfheit stets recht angenehm. Viel dynamischer, klarer und mit einem räumlicheren Klangbild präsentiert sich dagegen die deutsche Synchro mit 5.1-Abmischung, große Surroundeffekte sucht man zwar hier auch vergebens, gegenüber dem O-Ton aber ein Quantensprung in der Atmosphäre.

Blessing Bell:
Dieser Film liegt nur im japanischen Original vor, anders als bei "Monday" entlockt der PLII-Modus dieser Tonspur allerdings eine recht gefällige Atmosphäre, die auch die hinteren Lautsprecher miteinbezieht. Der Ton lebt hauptsächlich von seinen gut verständlichen Texten (meist Monologen) und den Umgebungsgeräuschen, Musik wird nur sehr spärlich eingesetzt, wenn, dann aber umso wirkungsvoller und recht gefällig aus den Lautsprechern tönend.
 
Wertung Ton: Monday: 60% / Blessing Bell: 60%

AUSSTATTUNG

Anzahl DVDs: 2
Verpackung: Digipak
Menüs: mit Musik hinterlegt
Bemerkungen: Verpackungstechnisch präsentiert sich das "Sabu Double Feature" wie von REM gewohnt in einem Digipak samt Wendeposter. Auf den beiden DVDs selbst (die, nur am Rande erwähnt, durchsichtig sind) finden sich neben den jeweiligen Filmtrailern als Bonusmaterial nur zusätzliche Trailer zu weiteren Veröffentlichungen.
Wertung Ausstattung: 20%

Fazit

Rapid Eye Movies präsentiert mit dem "SABU double Feature" zwei unterschiedliche Filme des japanischen Kultregisseurs. "Monday" ist lauter, skurriler, "Blessing Bell" sehr gemächlich, beobachtend, und doch sind beide typisch für ihn. Technisch gesehen ist die VÖ nicht einwandfrei, besonders das Bild beider Filme eignet sich eher für kleinere Wiedergabegeräte, Besitzer von Beamern werden nicht recht glücklich werden. Wer darüber und über das fehlende Bonusmaterial hinwegsehen kann, darf (auch mangels Alternativen) zugreifen und sich auf knapp drei Stunden anspruchsvolles Kino freuen.


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Verantwortlicher Redakteur: Klaus Doblmann  Rezensionsdatum: 26.10.2006

Infos zum Testverfahren

Alle verwendeten Bilder etc. copyright REM!
Diese Test-DVD wurde uns dankenswerterweise von REM zur Verfügung gestellt

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