The Intruder - Der Eindringling

 

Originaltitel: De Indringer
Genre: Drama/Thriller 
Freigabe: FSK 16  
Produktion: Belgien 2005
Veröffentlichung DVD: Verleih: erhältlich
Verkauf: 30.11.2006
Anbieter: epiX
Ländercode: 2
Laufzeit: 1:54:33
Regie: Frank van Mechelen
Darsteller: Koen De Bouw, Els Dottermans, Maaike Neuville
Musik: Steve Willaert
Produzent: Eric Wirix
Drehbuch: Ward Hulselmans, Haydee Nackaerts
EAN: Verleih: 4047879330094
Verkauf: 4047879330100
Links zum Film: IMDB OFDB
Diesen Film bei Amazon kaufen oder leihen und diese Seite unterstützen
Diesen Film bei dvd-world.at ausleihen

INHALT

Tom Vansant (Koen de Bouw) ist Arzt in einem Krankenhaus und alleinerziehender Vater, weshalb es schon mal vorkommt, dass er spät heimkommt und seine 14-jährige Tochter Louise (Lien Van Cant) schlafend auf der Couch vorfindet. Dass er sie an einem Abend aber zum letzten mal zudecken sollte, das hätte sich Tom nie träumen lassen - und doch, es ist passiert. Am Morgen darauf ist Louise nämlich verschwunden, niemand hat sie gesehen, niemand weiß wo sie ist, nur ein kurzer Abschiedsbrief deutet daraufhin, dass sie (mehr oder weniger freiwillig) abgehauen ist. Tom ist verzweifelt, die Suche nach seiner Tochter wird zur Obsession, die ihn auch den Job kostet und so verbringt er die Tage damit, Flugblätter und Fotos auszuteilen um alle möglichen Personen nach Spuren auszufragen. Eines Abends begegnet er in einer Bar der jungen, obdachlosen Charlotte (Maaike Neuville), die Louise gesehen haben will - kurzerhand wird sie von Tom eingeladen, bei ihm zu übernachten - was (wie wird nicht verraten) darin endet, dass Charlotte zu ihren Eltern in den Ardennen zurückfindet, denn auch sie ist von zu Hause ausgerissen. Tom sieht darin eine Verbindung und zieht selbst in Charlottes Heimatdorf in eine Wohnwagensiedlung, um sich dort nach Spuren von seiner Tochter umzusehen und Charlotte zum Reden zu bringen...

"De Indringer", so der Originaltitel, ist ein gemächlicher aber durch seine Vielschichtigkeit stets fesselnder Genremix aus Drama und (Psycho-)Thriller, der die Thematik der verzweifelnden Suche eines Vaters, der seinen einzigen Lichtblick im Leben verloren hat, äußerst ergreifend und real darstellt. Im Verlauf der Geschichte wird der Zuseher tief hineingezogen in ein Netz aus Lügen, Intrigen, Geheimnissen, Täuschungen und auch Wunschvorstellungen des Hauptcharakters - etliche Wendungen und Drehungen in der Story inklusive. Einziger (aber auch kleiner) Kritikpunkt an "The Intruder - Der Eindringling" sind eben diese Wendungen. Bereits in Minute 50 folgt eine große Überraschung, welche eine Wende im Film und der Sichtweise des Zusehers auf den Film einleitet - prinzipiell und dramaturgisch gut gelungen, im Anschluss braucht der Film allerdings einige Minuten um wieder zur Erzählung zurückzufinden. Auch das Ende hält einige Überraschungen für den Zuseher bereit, die in der Ausführung etwas zu konstruiert wirken, aber dennoch für die Geschichte gut funktionieren und genau das machen, was sie sollen: dem Film einen würdigen Abschluss zu geben.
Von diesen paar kleinen, konstruierten Storytwists mal abgesehen, ist der Film in allen anderen Belangen sehr gut, wenn nicht sogar exzellent gelungen. Die Darsteller, allen voran Koen de Bouw agieren höchst glaubwürdig und geben dem Drama genau den Hauch von erdiger Realität, den es braucht. Aber nicht nur die Darsteller, auch die düstere Inszenierung und die Musik unterstützen den sehr positiven Gesamteindruck, der Spannungsbogen der Handlung ist gut gelungen und wird allmählich aufgebaut - bis hin zu einem Ende, das die essentiellen Fragen beantwortet, einige kleinere Dinge aber sehr wirksam der Imagination des Zusehers überlässt.

"The Intruder" - das ist spannendes, fein gespieltes Psychodrama aus Belgien, das mit einer sehr ernsten und höchst realen Thematik sehr behutsam und einprägsam umgeht. Auch wenn die Geschichte gegen Ende einen leicht konstruierten Nachgeschmack hat, ist sie doch nachvollziehbar und gar nicht so weit von der Realität entfernt, wie wir es in unserem "heile Welt-Denken" gerne haben würden - Freunde des Genres dürfen sich auf einen qualitativ hochwertigen und zum Denken anregenden Film freuen.

 

Störendes/auffälliges Product-Placement: NEIN

Sehenswertes in/nach den Credits: NEIN

Zielgruppe: Kunstkino 40% - Mainstream 60%

Wertung Film:
Wiederabspielwert:


BILD

Format: 2,35:1 - 16:9 
Originalformat: JA
System: PAL 
Bemerkungen: Am progressiv vorliegenden Bild von "The Intruder" gibt es kaum etwas auszusetzen. Die Farben sind stilistisch erdig und zurückgehalten, aber dennoch natürlich, Kontrast und Schwarzwert sind, bis auf 2,3 kleine Szenen, so gut wie perfekt ausgefallen. Auch die Schärfe kann absolut überzeugen - unterstützt von einer feinen Detailzeichnung bietet sich ein sehr plastisches und detailliertes Bild. Analoge Defekte sucht man vergebens, unter den Fehlern fallen nur manchmal ganz dezente digitale Nachschärfungen und ein leichtes Rauschen auf - beides wirkt sich aber nicht störend aus. Die Kompression arbeitet auch sehr zufriedenstellend, sodass man mit der gebotenen Leistung absolut zufrieden sein kann. 
Wertung Bild: 80%

TON

Sprachen/Format(e):

Dolby Digital - Spuren

DTS - Spuren:

PCM - Spuren:

Deutsch 2.0 - 192 kbit
Flämisch/Französisch 2.0 - 192 kbit
Deutsch 5.1 - 448 kbit
Flämisch/Französisch 5.1 - 448 kbit

keine

keine

Untertitel: Deutsch, Französisch
Bemerkungen: Auch im Tonbereich gibt es kaum Anlass zur Kritik. Große Effekte sucht man im ruhigen Drama eher vergebens, die hinteren Lautsprecher und der Subwoofer werden vor allem von feinen Umgebungsgeräuschen und der Musik beansprucht. Die Dialoge sind in beiden Sprachfassungen sehr gut verständlich und natürlich, wenngleich auch die Originalfassung leicht dumpfer daherkommt, aber trotzdem die bessere Atmosphäre bietet. Der 5.1-Mix im O-Ton ist nativ, während sich die deutsche 5.1-Mischung wie ein Upmix anhört. Insgesamt sind beide Tonspuren sehr gut ausgefallen - wegen der (besonders, was die (Original-)Stimmen angeht) besseren Atmosphäre rate ich zum O-Ton mit Untertiteln.
Wertung Ton: 70%

AUSSTATTUNG

Anzahl DVDs: 1
Verpackung: KeepCase
Menüs: animiert, mit Musik hinterlegt
Bemerkungen: Die Extras sind leider etwas spärlich ausgefallen, neben dem deutschen Trailer finden sich nur eine knapp 3-minütige, selbstablaufende Fotogalerie und die Filmografie des Hauptdarstellers Koen de Bouw. Die übliche Trailershow ist überdies auch noch anzutreffen.
Wertung Ausstattung: 20%

Fazit

Mit "The Intruder" bringt epiX ein feines Psychodrama auf den Markt, das sich Genrefans nicht entgehen lassen sollten. Technisch ist die DVD sehr gut geworden, lediglich die Extras sind mager, was der VÖ schlussendlich "nur" das zweithöchste Prädikat einbringt.

Prädikat: sehr empfehlenswert


Community & mehr:

Über dieses Review in unserem Forum diskutieren!


 

Verantwortlicher Redakteur: Klaus Doblmann  Rezensionsdatum: 25.11.2006

Infos zum Testverfahren

Alle verwendeten Bilder etc. copyright epiX!
Diese Test-DVD wurde uns dankenswerterweise von epiX zur Verfügung gestellt

War dieses Review hilfreich für Sie? Dann unterstützen Sie uns doch durch Ihren Einkauf bei Amazon, herzlichen Dank!

Alle Rezensionen (C) 2005-2006 doblmann.de, alle Rechte vorbehalten
Alle Markennamen, Bild- und sonstige Rechte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Partner:
DVD-Forum.at | DVDiggle | Bolly-Wood