The quiet earth

 

Originaltitel: the quiet earth
Genre: SciFi/Drama/Mystery 
Freigabe: FSK 16  
Produktion: NZ 1985
Veröffentlichung DVD: 27.10.2006
Anbieter: Sunfilm
Ländercode: 2
Laufzeit: 1:30:55
Regie: Geoff Murphy
Darsteller: Bruno Lawrence, Alison Routledge, Pete Smith...
Musik: John Charles
Produzent: Sam Pillsbury, Don Reynolds
Drehbuch: Bill Baer, Bruno Lawrence, Sam Pillsbury
EAN: 4041658221375
Links zum Film: IMDB OFDB
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INHALT

"Früher war alles besser" - was abgedroschen klingt, passt im Genre des SciFi-Filmes perfekt. Seit fast einem Jahrzehnt ("Gattaca", 1997) hat es kaum ein guter Genrevertreter mehr auf die Leinwand geschafft, zumindest meiner Meinung nach. Was ist der Grund? Viel zu viele Spezialeffekte, die nur zum Selbstzweck und zur billigen Effekt-Unterhaltung dienen, die eigentliche Geschichte versteckt sich meistens auf den hinteren Rängen. Dass das einmal anders war, beweist der bei uns eher unbekannte "The quiet earth", der 1985 mit geringstem Budget in Neuseeland produziert wurde. Diese Beschränkung und die damals noch kaum vorhandene moderne CGI-Technik zwangen die Crew dazu, sich auf die Geschichte sowie die Charaktere zu konzentrieren und sich nicht auf ablenkende Spezialeffekte zu verlassen.

"The quiet earth" beginnt, wie der normale Montagmorgen nach einer durchzechten Nacht so beginnt. Zac Hobson (Bruno Lawrence) liegt nackt auf dem Bett und steht auf, nur um zu entdecken, dass das Radio nicht funktioniert und der Zimmerservice im Motel nicht erreichbar ist - womit es mit der Normalität aber auch schon wieder zu ende ist. Auf dem Weg zur Arbeit wird es immer seltsamer, keine Menschenseele ist zu sehen, Autos stehen ohne Fahrer herum, Betten sind leer, Mahlzeiten halb aufgegessen, Flugzeuge abgestürzt. Zac war Wissenschafter bei einem internationalen, streng geheimen Projekt, welches das Magnetfeld der Erde zur Energienutzung verwenden wollte und ahnt, dass da irgend etwas gewaltig schief gegangen war während er schlief, sodass er als letzter Mensch auf der Erde zurückgeblieben ist. Doch war wirklich das Experiment schuld am Verschwinden allen Lebens und ist er wahrhaft der letzte Mensch auf Erden, und wenn, warum er?

So weit die Inhaltsangabe, bewusst knapp und auf die ersten paar Minuten konzentriert, da ich die vielen Wendungen und Überaschungen im Film niemandem vorweg nehmen möchte. Zugegeben, die Schilderungen könnten einem schlechten Trash-Film entstammen, "The Quiet Earth" ist aber alles andere als das. Es ist ein intelligentes Sci-Fi Drama, das mit der psychischen Belastung eines Menschen in der Situation von Zac spielt. Was würde man als Mensch machen, wenn man alleine auf der Welt ist? Am Anfang ist alles wunderbar, aber dann wird es doch einsam. Wie geht man mit Schuld um, wenn man selbst Teil des Experimentes war, wie hält man sich am Leben? All diese Fragen (und noch viele mehr, die sich durch den weiteren Storyverlauf ergeben), werden sehr stimmig und packend gelöst. Durch die Reduktion auf Originalschauplätze und practical effects steht die Geschichte und das Schicksal des Protagonisten im Vordergrund - Partytiger Bruno Lawrence verkörpert die facettenreiche Rolle mit Perfektion. Auch die Inszenierung stimmt, die Atmosphäre ist beklemmend, düster und achtet auf die kleinsten Details, sodass dem Zuseher das perfekte Gefühl von Einsamkeit vermittelt wird, mit der der Regisseur spielt: Durch geschickten Bildaufbau und Montagearbeiten vermutet man an vielen Stellen eine Auflösung, einen neuen Menschen, ein Lebenszeichen, nur um wieder in der Einsamkeit bestätigt und in der Erwartung enttäuscht zu werden. Was sich hier vielleicht noch potentiell lahm anhört, ist im Film stets dynamisch, es gibt immer etwas zu entdecken, stets geht es vorwärts, wodurch zu keiner Zeit auch nur das geringste Gefühl von Langatmigkeit aufkommt, bis hin zu einem emotionalen Ende, das so manche Denkanregungen aufwirft - auch über unseren respektlosen Umgang mit der Erde und unseren Ressourcen. "The quiet earth" - ein SciFi-Film der alten Schule mit tollen Darstellern, packender Atmosphäre, der zum Denken anregt und auch heute noch keine Spur antiquiert wirkt - Freunde des Genres sollten ihn sich auf keinen Fall entgehen lassen!

 

Störendes/auffälliges Product-Placement: NEIN

Sehenswertes in/nach den Credits: JA

Zielgruppe: Kunstkino 40% - Mainstream 60%

Wertung Film:
Wiederabspielwert:


BILD

Format: 1,85:1 - 16:9 
Originalformat: JA
System: PAL 
Bemerkungen: Das Bild des Filmes hat nur ein kleines Problem, es ist eine NTSC-PAL-Konvertierung des sehr guten AB-US-Releases. Farben, Kontrast und Schwarzwert sind für einen Film aus 1985 sehr gut ausgefallen, daran kann man eigentlich zu keiner Zeit meckern, auch Rauschen ist nur sehr dezent vorhanden, Defekte sucht man vergebens - lediglich ein etwas unruhiger Bildstand fällt negativ auf. Die Konvertierung nagt aber an der Schärfe, diese ist stets etwas weich, auch die Detailzeichnung leidet darunter etwas und in den Bewegungen lassen sich leichte Nachzieheffekte sowie Ruckler feststellen. Trotz hoher Bitrate lässt sich die Kompression in einigen stark bewegten Szenen dezent ausmachen - insgesamt ein gutes Bild, dessen Limitierungen im Master zu suchen sind. 
Wertung Bild: 70%

TON

Sprachen/Format(e):

Dolby Digital - Spuren

DTS - Spuren:

PCM - Spuren:

Deutsch 2.0 - 224 kbit
Deutsch 5.1 - 448 kbit
Englisch 2.0 - 224 kbit
Englisch 5.1 - 448 kbit
Kommentar 2.0 - 224 kbit

keine

keine

Untertitel: Deutsch (nur Hauptfilm)
Bemerkungen: Der englische Originalton ist in beiden Tonspuren leicht dumpf, man merkt dem Ton das Alter bereits leicht an. Dennoch aber sind die Dialoge stets gut verständlich und auch Musik- sowie Effektwiedergabe sind in Ordnung. Was die Räumlichkeit und die Effekte angeht, sind sowohl der 2.0SR- Track als auch der Upmix relativ ident, ich würde aber dennoch zur SR-Spur raten, die etwas offener wirkt.
Der deutsche Ton ist etwas heller ausgefallen als das Original, besonders die Musik wirkt frischer, dafür wirkt er insgesamt etwas flach und kraftlos, zudem lässt sich fast durchgehend ein leichtes Hintergrundrauschen ausmachen. Auch hier hat der Surround-Ton gegenüber dem 5.1-Upmix leicht die Nase vorn.
Wertung Ton: 60%

AUSSTATTUNG

Anzahl DVDs: 1
Verpackung: transparentes KeepCase
Menüs: Hauptmenü animiert, alle mit Musik hinterlegt
Bemerkungen: Neben sechs Trailern zu weiteren DVDs und dem Originaltrailer zum Film findet sich auf dem Silberling lediglich ein Audiokommentar des Produzenten Sam Pillsbury, der allerdings höchst informativ und unterhaltsam ausgefallen ist, mit einer Menge an Hintergrund- und technischem Wissen - eine Empfehlung für alle, die des Englischen mächtig sind, alle anderen sehen durch die nicht vorhandenen deutschen Untertitel in die Röhre.
Wertung Ausstattung: 30%

Fazit

Ein Sci-Fi-Film, der demonstriert, was das Genre leisten kann: Interessante Story, scharfsinnig gezeichnete Charaktere und eine nachdenklich stimmende Grundaussage - all das höchst unterhaltsam und packend inszeniert. Die DVD von Sunfilm ist technisch gut geraten, lediglich deutsche Untertitel für den Audiokommentar fehlen.

Prädikat: sehr empfehlenswert


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Verantwortlicher Redakteur: Klaus Doblmann  Rezensionsdatum: 07.11.2006

Infos zum Testverfahren

Alle verwendeten Bilder etc. copyright Sunfilm!
Diese Test-DVD wurde uns dankenswerterweise von Sunfilm zur Verfügung gestellt

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