Wie im Himmel

 

Originaltitel: Så som i himmelen
Genre: Drama/Musik 
Freigabe: FSK 12  
Produktion: SWE/2004
Veröffentlichung DVD: 21.09.2006
Publisher: Paramount HE
Ländercode: 2
Laufzeit: 2:07:05
Regie: Kay Pollak
Darsteller: Michael Nyqvist, Frida Hallgren, Lennart Jähkel
Musik: Stefan Nilsson
Produzent: Anders Birkeland, Göran Lindström
Drehbuch: Kay Pollak
EAN: 4010884531817
Links zum Film: IMDB OFDB
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INHALT

18 Jahre vergingen seit Kay Pollaks letztem Film "Älska mej" (Love Me), bevor er sich mit seinem gefühlvollen Streifen "Wie im Himmel" im Jahr 2004 zwar nicht mit Pauken und Posaunen, dafür aber mit überwältigenden Chorklängen zurückmeldete. In diesem mimt Michael Nyqvist den Dirigenten Daniel Daréus, der nach einem Herzinfarkt seine Karriere beendet und sich in sein Heimatdorf zurückzieht. Dort angekommen erkennt ihn niemand mehr als Heimkehrer, was nicht verwunderlich ist, zogen doch seine Eltern mit ihm als er gerade 7 war, fort, und mit 15 änderte sein Agent Daniels Namen. Nur als erfolgreichen Dirigenten kennen ihn alle, weshalb er gebeten wird, die Leitung des örtlichen Kirchenchores zu übernehmen, worauf sich Daniel, der zurückgezogen in der alten Dorfschule lebt, nur widerwillig einlässt. Doch bald schon findet er Gefallen am Laienchor und übernimmt die freie Stelle als Kantor/Chorleiter, um aus dem bunt zusammengewürfelten Haufen eine eindrucksvolle Gesangstruppe zu machen - eine Aufgabe, die in ihm ein völlig neues und nie gekanntes Lebensgefühl weckt und ihm die Liebe der jungen Lena (Frida Hallgren) beschert. Die Freude jedoch währt nicht lange, denn schon bald finden sich Neider und skeptische Personen, die Daniel und dem Chor nichts gutes wünschen. Dieser jedoch hat sein Erfolgsrezept gefunden: Jeder muss seinen eigenen Ton finden und die Freude an der Musik hilft bei der Bewältigung aller irdischen Probleme...

Bereits die einführende Szene beweist, dass Kay Pollak in seiner langen Ruhepause nichts an Kreativität und Liebe zum Detail eingebüßt hat: In einer eindrucksvollen Montage zu kraftvoller klassischer Musik umreißt er die Wandlung vom hilflosen, kleinen Jungen, der nur als Sandsack der anderen Burschen dient, hin zum grandiosen Dirigenten, der vollsten Einsatz bei seiner Arbeit gibt, daran angeschlossen werden knapp und prägnant wichtige Stationen im Leben von Daniel dargestellt. Aber auch im weiteren Filmverlauf verliert der Streifen nichts von seiner inszenatorischen Aussagekraft: Mit einer sich stets bewegenden Kamera und in vielen wunderschön prägnant eingefangenen Einstellungen, die aber nie aufdringlich werden, präsentiert sich der Film von Anfang bis zum Ende, darin eingebunden liebevoll ausgestattete Locations und Sets.
Nicht nur in die Technik der Darstellung, auch in die Handlung und die Charaktere selbst steckte der Regisseur und Drehbuchautor viel Liebe zum Detail und eine wohl dosierte Portion Humor, sodass alles wie aus einem Guss erscheint. So gibt es in dem kleinen, abgelegenen Dorf, das nach außen hin perfekt erscheint, in dem es aber innerlich kriselt, viele interessante Personen zu entdecken, wie den tyrannischen Pastor, der zur Erfüllung der Liebe zu seiner Frau Hochglanzmagazine benötigt, eine verunsicherte Mutter, die von ihrem Mann, einem trinkenden Trucker, geschlagen wird, den Dorftrottel, ein geschäftstüchtiges Chormitglied, das diesen gleich ungefragt zu einem Chorwettbewerb in Österreich anmeldet und viele mehr. Jeder Mensch im Film hat sein ganz eigenes Leid im kollektiven Netz uns Unpässlichkeiten zu tragen, für die es aber ein Mittel gibt: Der Glaube an die Musik und die Freude daran gibt den Menschen neue Kraft, sich den Herausforderungen des Lebens und ihren Leiden zu stellen um ihr Schicksal zu wenden. Als Beispiel für die einfühlsame Darstellung sei die Liebe von Daniel zu Lena genannt, welche alles andere als einfach ist, denn Daniel hat in seinem Leben sichtlich noch nie eine so intensive und intime Partnerschaft erlebt, sodass er mit der Situation völlig überfordert ist. Aber auch Lena hat es nicht gerade einfach, denn seit sie über einen Zeitraum von 2 Jahren die Geliebte eines verheirateten Mannes war (wovon sie nichts wusste), ist sie im Dorf als Hure verschrien, was sie selbst sehr verunsicherte. Ihre einzige Sorge nach diesem Rückschlag ist es, einen Mann zu finden, der sie nicht als bloßes Objekt der Begierde sieht, sondern sie wirklich von Herzen liebt, ohne sie zu hintergehen, ein Zwang, der das Vertrauen in die neue Beziehung nicht unbedingt stärkt und was zu etlichen missverständlichen/missverstandenen Situationen im Filmverlauf führt.
Sicherlich, die Personen und manche Situationen wirken etwas stereotyp, durch die dichte und atmosphärische Inszenierung sowie die ausnahmslos grandios agierenden Darsteller driftet der Film aber nie in die Kitschecke ab, sondern bleibt stets in allen Situationen ehrlich und sich selbst treu - bis hin zum bewegenden und gar nicht typischen Ende. Ein Sonderlob hat die Musik von Stefan Nilsson verdient, die den Film eindrucksvoll und prägnant untermalt. Besonders die Chorstücke sind sehr gelungen, hier heißt es, den Verstärker bis zum Anschlag aufzudrehen und sich von den kraftvollen Liedern tragen lassen - Soundtrack-Tipp!

Unterm Strich gelang Kay Pollak mit "Wie im Himmel" ein grandioses Stück Gefühlskino, an dem man kaum Kritikpunkte finden kann: Starke, einfühlsam gezeichnete und grandios gespielte Charaktere, prägnante Szenen, wunderbar eingefangene Bilder und ein mitreißender Soundtrack machen den Film zu einer feinfühligen, tragikomischen Ode an das Leben abseits von Mainstream-Großproduktionen - ein mehr als würdiger Vertreter seiner Art, von denen es viel zu wenige gibt.

 

Störendes/auffälliges Product-Placement: NEIN

Sehenswertes in/nach den Credits: NEIN

Wertung Film:


BILD

Format: 1,85:1 - 16:9 
Originalformat: JA
System: PAL 
Bemerkungen: Das Bild dieser Veröffentlichung ist gut gelungen: Die Farben wirken natürlich und unterstreichen sehr schön die jeweils vorherrschende Stimmung. Der Kontrast schwankt etwas, über weite Strecken ist dieser sehr gut ausgefallen, manchmal wird er allerdings etwas flach, was sich in einem grau-blauen Schwarzwert äußert. Die Schärfe weiß zu überzeugen und ist in den meisten Situationen exzellent ausgefallen, lediglich leichte Doppelkonturen und ein ebensolches Aliasing trüben den Genuss etwas. Analoge Fehler wie Printdefekte oder auch auffälliges Rauschen lassen sich erfreulicherweise nicht ausmachen. Einen Kritikpunkt gibt es aber zum Schluss noch: Trotz der sehr hohen Bitrate lässt sich die Kompression in Flächen immer wieder leicht erkennen, solche Fehler dürften anno 2006 mit ausgereiften Encodern eigentlich nicht mehr auftreten.  
Wertung Bild: 70%

TON

Sprachen/Format(e):

Dolby Digital - Spuren

DTS - Spuren:

PCM - Spuren:

Deutsch 5.1 - 448 kbit
Schwedisch 5.1 - 448 kbit

keine

keine

Untertitel: Deutsch, Schwedisch
Bemerkungen: Beide Tonspuren sind sehr gefällig, können aber genretypisch nicht in höchste Wertungsreihen vorstoßen. In den Dialogen wirken beide Fassungen sehr natürlich, wenngleich auch der O-Ton eine Spur dumpfer anmutet. Große direktionale Effekte oder Subwoofereinsätze sucht man vergebens, dennoch dringen in einigen Szenen dezente Umgebungsgeräusche an das Ohr des Zusehers und in den (gesungenen und gespielten) Musikstücken überzeugt der Ton durch eine kraftvolle und dynamische Abmischung. Keine Referenz, für einen ruhigen Film aber absolut ausreichende Tonspuren.
Wertung Ton: 70%

AUSSTATTUNG

Anzahl DVDs: 1
Verpackung: KeepCase
Menüs: animiert, mit Musik hinterlegt
Bemerkungen: Zum Test lag uns die Single-Ausgabe vor, welche über kein Bonusmaterial verfügt. Für wenige Euro mehr ist auch ein Doppel-DVD-Set zu erstehen, welches über die folgenden Specials auf der zweiten DVD verfügt:
- Trailer
- Making Of
- Interviews mit Kay Pollak (Regie), Frida Hallgren & Michael Nyqvist (Darsteller)
- Biografietafeln
- Lenas Song mit Texteinblendung
- Gabriellas Song mit Texteinblendung
Wertung Ausstattung: 0% (Single-Edition)

Fazit

Großes Gefühlskino aus Schweden, das man uneingeschränkt empfehlen kann, auch die DVD kann technisch überzeugen.


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AWARDS


Verantwortlicher Redakteur: Klaus Doblmann  Rezensionsdatum: 20.09.2006

Infos zum Testverfahren

Alle verwendeten Bilder etc. copyright Paramount HE!
Diese Test-DVD wurde uns dankenswerterweise von Paramount HE zur Verfügung gestellt

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