Little Miss Sunshine

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© 2006 Twentieth Century Fox

Regie: Jonathan Dayton, Valerie Faris
Darsteller: Abigail Breslin, Greg Kinnear, Paul Dano, Alan Arkin, Toni Collette et. al.
Drehbuch: Michael Arndt
Produzenten: Albert Berger, David T. Friendly, Peter Saraf, Marc Turtletaub, Ron Yerxa
Musik: Mychael Danna, Devotchka
Länge: 103 min.
Freigabe: FSK: ab 6
Genre:
Kömödie/Drama/Satire
Produktion: USA/2006
Kinostart: DE: 30.11.06 / AT: 01.12.06
Verleih: Centfox
Offizielle HP zum Film und Trailer: www.littlemisssunshinederfilm.at
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Familie Hoover ist „typisch“ amerikanisch: Vater Richard (Greg Kinnear) versucht mit seinem neunstufigen Motivationstraining erfolgreich zu werden, Opa Edwin (Alan Arkin) genehmigt sich gerne 'ne Prise Koka, Onkel Frank (Steve Carell) hat gerade einen gescheiterten Selbstmordversuch hinter sich, Sohn Dwayne (Paul Dano) spricht seit einigen Monaten nicht mehr, weil er Pilot in der Armee werden will und sich so Disziplin antrainiert. Irgendwo dazwischen befinden sich Mutter Sheryl (Toni Collette) und – nicht zu vergessen – die quirlige Tochter Olive (Abigail Breslin), welche die Möglichkeit hat, beim „Little Miss Sunshine“ Wettbewerb in Los Angeles mitzumachen. Also fährt die gesamte Familie mit dem schrottreifen sowie grauslich gelben VW Bus ins sonnige Kalifornien und durch die illustre Kombination mehr oder weniger verrückter Charaktere kommt es immer wieder zu tragik-komischen Auseinandersetzung bis – ja, bis Opa nach der Übernachtung im Motel nicht mehr aufwacht. Man entschließt sich, die Leiche aus dem Krankenhaus zu „entführen“ und ihn im Kofferraum mit nach Kalifornien zu nehmen - einigen ungünstig verstreuten Pornoheftchen sei dank, dass ein kontrollierender Polizist nichts merkt.
So kommen die Hoovers doch noch in L.A.an, wo sie sich einer Horde von kleinen Miss Worlds stellen müssen und kommen zu dem Schluss, dass Schönheitswettbewerbe für kleine Mädchen doof sind, und dass Familiensinn doch viel mehr zählt. Und Dwayne lernt wieder sprechen…

Irgendwie werde ich mit dem handwerklich sehr gut inszenierten und streckenweise auch unterhaltsamen „Little Miss Sunshine“ nicht besonders warm. Woran es liegt? In geografischer Hinsicht weiß „LMS“ zwar genau, wo es hin will, aber filmisch betrachtet bin ich da überhaupt nicht sicher. Ist es eine Gesellschaftssatire? Ein Familienroadmovie? Ein unausgegorener Mix aus Drama und Komödie? Der Film ist etwas überladen an Ideen und funktioniert für mich erst am Schluss, als die Familie – eine Odyssee aus mehr Tiefen denn Höhen überstanden – wieder zusammenfindet und gemeinsam für die gute Sache kämpft. Daher ist auch die Szene, in der Olive ihren Auftritt hat, ein echter Eyecatcher – auch hier zwar etwas übertrieben und überladen – aber zumindest funktioniert es in diesem Kontext.

Dass bei der großen Anzahl an „verrückten“ Charakteren nicht jeder gleichermaßen Sympathiepunkte vom Zuschauer abbekommt, sollte ebenfalls klar sein. Und trotz der quer durch die Bank sehr guten Darstellungen hätte ich vor allem Dwayne in seiner „schweigsamen“ Phase des Films am liebsten andauernd ins Hinterteil getreten (eigentlich später auch, aber gut, das ist halt was persönliches ;). Auch Vater Richard kommt nicht unbedingt sehr gut weg - in Sachen „schauspielerisches Können“ sowie Sympathiepunkte stechen nur Olive und Frank besonders hervor.

Somit kann ich eigentlich gar nicht mehr über den Film schreiben: Er ist über weite Strecken halt zu belanglos – um nicht zu sagen „langweilig“ und dreht erst gen Schluss so richtig auf. Die ohnehin schon etwas niedrige Gagdichte will auch nicht so recht zünden und in dramatischen Szenen wirkt vieles überladen und unpassend. So will dem Zuseher der Tod des (Groß)vaters überhaupt nicht nahe gehen und wie die Familie bereits nach kurzer Überlegung zum Schluss kommt, es sei besser, doch zum Wettbewerb zu fahren, nur um dort angekommen herauszufinden, dass Schönheitswahlen unter Kindern doch nicht so dolle sind, kann mir vermutlich angesichts dessen, dass die Familie dies durch die frühere Teilnahme der Kleinen an ähnlichen Bewerben eigentlich schon hätte wissen müssen, keiner erklären - auch eines der Probleme, das ich mit dem Film habe…

Das Mainstreampublikum wird "Little Miss Sunshine" vermutlich ganz gut finden, ich für meinen Teil kann ihn aber nicht besonders weiterempfehlen - erfrischend anders ja, aber durchgehend unterhaltsam nein.


Gesamtwertung: 

Verfasser: Florian Widegger, 04.11.2006

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