The DaVinci Code - Sakrileg

Bilder zum Film:
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Robert Langdon (TOM HANKS) und Sophie Neveu (AUDREY TAUTOU) rätseln, welches Geheimnis die "Mona Lisa" verbirgt.


Robert Langdon (TOM HANKS) und Sophie Neveu (AUDREY TAUTOU) hoffen, mit Hilfe des bekannten Gralsforschers Sir Leigh Teabing (IAN MCKELLEN, Mitte) dem großen Geheimnis endlich auf die Spur zu kommen.


Robert Langdon (TOM HANKS) und Sophie Neveu (AUDREY TAUTOU) werden auf ihrer Flucht quer durch London gejagt.


Robert Langdon (TOM HANKS) sucht im Louvre nach dem Heiligen Gral.


Oscar®-Preisträger Ron Howard am Set von THE DA VINCI CODE - SAKRILEG.

Alle Bilder © 2006 Sony Pictures Releasing GmbH

Regie: Ron Howard
Darsteller: Tom Hanks, Audrey Tautou, Jean Reno, Ian McKellen, Alfred Molina...
Drehbuch: Akiva Goldsman
Produzenten: John Calley, Brian Grazer
Musik: Hans Zimmer
Länge: 148 min.
Freigabe: FSK: ab 12
Genre:
Thriller
Produktion: USA/2006
Kinostart: DE: 18.05.06 / AT: 19.05.06
Offizielle HP zum Film und Trailer: http://www.davincicode-derfilm.de/
Infos bei IMDB
Infos bei OFDB


Robert Langdon ist ein renommierter Symbologe, der in Paris eine Vorlesung hält, just als er von einem Polizisten ins Louvre beordert wird. Dort wurde nämlich der Museumsdirektor unter mysteriösen Umständen ermordet. Was Langdon noch nicht weiß: Die Polizei, allen voran Capitaine Fache, verdächtigt den smarten Amerikaner des Mordes! Allerdings bekommt Robert unerwartet Hilfe von der jungen Kryptologin Sophie Neveu, die ihm zur Flucht verhilft. Zuvor entschlüsseln sie noch das Rätsel um ein paar Bilder des großen Leonardos (weil man hat ja nix besseres zu tun, wenn einem die Polizei auf den Fersen ist). Dabei entdecken sie einen Schlüssel, der wiederum zu einem Schließfach in einer Bank passt, wo sie eine Kryptex finden. Mit dieser begeben sich die beiden zu Roberts altem Freund Leigh Teabing, der außerhalb von Paris in einem Chateau haust. Der alte, verkrüppelte Mann hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Geheimnis um den heiligen Gral zu lüften und stürzt sich dabei auf die These, dass Jesus und Maria Magdalena eine gemeinsame Tochter hatten und deren Blutlinie bis in unsere Zeit fortbesteht. Nach einer weiteren haarsträubenden Flucht geht es ab nach London, wo sich Leigh als eigentlicher Drahtzieher des ganzen entpuppt: Da er unbedingt den Gral finden wollte, hat er ein riesiges Netz voller Lügen aufgespannt, aber Robert ist ihm natürlich einen weiteren Schritt voraus. Er konnte die Kryptex öffnen und findet weitere Hinweise auf den Standort des Grals: In einem kleinen Kloster in Schottland wird man schließlich fündig und entdeckt die Wahrheit…

… die ich euch natürlich nicht verrate – denn Leser des Buchs (zu denen ich mich nicht zähle und jetzt auch nicht mehr zählen werde) kennen sie sowieso, und die meisten, welche sich die 150 stellenweise doch ziemlich zähen Sakrileg-Minuten antun, können es sich auch bereits ab der Hälfte denken, wer denn nun der Nachkomme Jesu ist.
Bereits im Vorfeld gab es ja bereits einige Kontroversen um den Film – die katholische Kirche riet, ihn nicht anzusehen – trotzdem war bei der gestrigen Pressevorführung im UCI Megaplexx sogar ein Geistlicher anwesend. Man nimmt das Thema also ernst, sollte dabei aber auch nicht vergessen, dass es sich hierbei „nur“ um eine Literaturverfilmung handelt. Auf die religiösen Aspekte möchte ich mich aber gar nicht so sehr stürzen, die werden mit der kitschigen Auflösung meiner Meinung nach sowieso stark relativiert – ich habe vor Jahren „Gabriel Knight 3“ am PC gespielt, in dem es ebenfalls um das Rätsel des Grals und der Blutlinie ging und muss ehrlich gesagt gestehen, dass an die mit sehr viel Feingefühl am PC erzählte Story Ron Howards Film nicht im geringsten heranreicht. Mehr als einen Denkanstoß kann der Film also in religiöser Hinsicht nicht wirklich bieten.
Umso mehr bietet er aber vor allem großartige schauspielerische Leistungen, die allesamt auf voller Linie überzeugen: Tom Hanks spielt einen Robert Langdon, der zwar über 80% der Laufzeit ständig denselben emotionslosen Gesichtsausdruck drauf hat, aber sobald man sich daran gewöhnt hat, kann man sich damit sogar recht gut abfinden. Audrey Tautou bezaubert ebenfalls wieder – ihre Rolle ist absolut nicht mit ihren bisherigen zu vergleichen – ich konnte ihr aber auch wirklich jedes Wort aus ihrem Mund glauben. Und mit ihren schönen Augen und dem süßesten Lächeln von ganz Frankreich ist sie auch hier einfach nur fabelhaft. Als echtes Highlight stellt sich aber Ian McKellen heraus – der Mann kann nicht nur langhaarige Zauberer überzeugend verkörpern, sondern auch alternde „verrückte“ Wissenschaftler. Seine Präsenz ist unbeschreiblich groß und gerade wegen seiner kräftigen und „very british“ klingenden Stimme sollte man sich den Film unbedingt im Originalton ansehen! Für mich definitiv eine der herausragendsten darstellerischen Leistungen in den letzten Jahren. Jean Reno – schön mit Akzent – bleibt etwas blass als Fache – seine Beweggründe werden erst später im Film so richtig klar, weshalb man zu Beginn eigentlich nicht nachvollziehen kann, weshalb er gerade Robert verdächtigt. Weiters zu sehen sind Paul Bettany als selbstgeißlerischer Mönch Silas, der unfreiwillig Erinnerungen an Mel Gibsons „Passion“ weckte, sowie Alfred Molina als Bischof Aringarosa, der ebenfalls über zu wenig Screentime verfügt, um wirkliche Akzente setzen zu können.
Zu wenig Screentime – das bringt mich schon zum nächsten Punkt, der enormen Überlänge des Films! Sicherlich – es handelt sich um eine Literaturverfilmung, die höchstwahrscheinlich sowieso schon arg Federn lassen musste (kann ich, wie gesagt, nicht beurteilen), aber gerade der Nebenstrang rund um Aringarosa und Silas hätte noch viel stärker gestrafft gehört – so unterbrechen die Szenen immer wieder potentielle Spannungsmomente in der „Hauptstory“.
„Sakrileg“ zeichnet sich vor allem auch durch ziemlich interessant eingefügte Flashbacks aus, in denen sich der Hintergrund plötzlich transformiert und die tatsächlichen Darsteller plötzlich in der Vergangenheit wandeln – z.B. in einer Londonsequenz. Der Effekt ist zwar ebenfalls wieder etwas gewöhnungsbedürftig, dürfte aber dem „gemeinen“ Kinogänger durchaus gefallen!
Gott sei dank hält sich der Film mit hollywoodesken Einschüben dezent zurück: Sophies Flucht vor der Polizei im Rückwärtsgang durch die Straßen von Paris ist da schon die einzige haarsträubende Actionsequenz, die uns Howard auftischen will – ebenfalls komisch erscheinen Tom Hanks übernatürliche Regenerationskräfte zum Schluss, wo er sich doch – was der männlichen Leserschaft wahrscheinlich auch schon passiert ist – beim Rasieren arg schneidet, ein paar Sekunden später aber bereits kein Kratzer mehr zu sehen ist, oder auch zu Beginn, als er die komplexesten Anagramme im Sekundentakt entschlüsselt, scheint das Drehbuch (oder auch die Vorlage) doch etwas holprig zu sein – „Hauptsache weiter geht’s“ scheint hier das Motto gewesen zu sein. Auch wenn die Story über den Großteil der Laufzeit ernst zu nehmen ist und auch mit dem nötigen Fingerspitzengefühl abgehandelt wird, so gibt es trotzdem immer wieder kopfpatsch- Szenen, bei denen man am liebsten laut loslachen möchte und leider handelt es sich bei diesen eigentlich immer um die Schlüsselszenen des Films: Vor allem gen Schluss, in dem alles auf die – ich sags noch mal – kitschige Auflösung rausläuft, und sich Tatou und Hanks wirklich bemühen und allerlei Ernst aufbringen, wirkt die Szenerie im Keller des schottischen Klosters einfach nur zu lächerlich und dann erst die Überraschung, wenn die beiden wieder rauf steigen… auch die allerletzte Sequenz, in der Robert den Gral „tatsächlich“ findet ist völlig unnötig im Film und macht diesen halt auch einfach nur noch ein paar Minuten länger.
Regisseur Ron Howard lässt sich dabei kaum auf Experimente ein, im Gegenteil – vieles erinnert an sein Meisterwerk „A Beautiful Mind“, an das „Sakrileg“ sicherlich nicht heranreicht. Auch die Musik von Fließbandkomponisten Hans Zimmer kann den Film „nur“ unterstützen, bleibt aber nicht wirklich im Ohr.
Somit bleibt unterm Strich ein etwas zu langer, aber nichts desto trotz sehenswerter Film übrig, der vor allem auf darstellerischer Ebene schwer überzeugen kann, dennoch ein paar kleine Macken in sich trägt und wohl auch gerade deswegen zu empfehlen ist. Ein Glanzstück ist Howard zwar nicht gelungen, für einen etwas anspruchsvolleren Kinoabend, der auch ein bisschen zum Denken anregt, reicht es aber allemal!


Gesamtwertung: 

Für die Redaktion: Florian Widegger

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